Filmtechnische Meisterleistung: Neuer Star Wars-Film: Action statt Gefühlskitsch
zuletzt aktualisiert: 13.05.2002 - 15:09Frankfurt/Main (rpo). Jede Menge Actionszenen und digitale Tricks: "Star Wars: Episode 2 - Angriff der Klonkrieger" verspricht mehr Kinospaß als sein Vorgänger.
In Amerika war er der krönende Abschluß des New Yorker Filmfestivals: "Star Wars: Episode 2 - Angriff der Klonkrieger". Zehn Jahre nach dem Ende von Episode 1 herrscht große Unruhe in der Galaxis, eine Separatistenbewegung untergräbt die Einheit der Republik. Hunderte von Planeten haben sich bereits angeschlossen. Inmitten des galaktischen Chaos gerät Anakin Skywalker aus Abwege: der junge Jedi- Lehrling entdeckt die verbotene Liebe. Am Donnerstag (16. Mai) kommt der Film weltweit in die Kinos.
Zum ersten Mal seit dem Streit zwischen der Handelsföderation und dem Planeten Naboo treffen die zentralen Figuren aus "Episode 1" wieder aufeinander. Ex-Königin Padme Amidala (Natalie Portman) ist inzwischen eine angesehene Senatorin der Republik, die von Attentätern bedroht wird. Der jetzt 19-jährige Anakin (Hayden Christensen) wird ihr Leibwächter, während Obi-Wan Kanobi (Ewan McGregor) aufbricht, um die Hintermänner der Anschläge zu finden. Am äußeren Rand der Galaxis trifft Obi-Wan auf einen skrupellosen Kopfgeldjäger, eine Fabrik für Klonsoldaten, termitenartige Barbaren und einen verbitterten Jedi-Meister, der die Gruppe der abtrünnigen Planeten anführt.
Es scheint, als bereiteten sich die finsteren Mächte der Galaxis auf eine Schlacht nie gekannten Ausmaßes vor. Der insgesamt fünfte und zugleich zweite Teil der Sternenkriegssaga erzählt, wie das engelsgleiche, weizenblonde und hoch begabte Sklavenkind Anakin aus "Episode 1" langsam aber sicher auf die Seite des Bösen gerät, bevor er in "Episode 3" zu dem teuflischen Darth Vader zu mutiert.
Ein Hang zur Rebellion ist schon erkennbar, wenn sich der noch pflichtbewusste Anakin über das Verhältnis zu seinem Lehrmeister Obi- Wan Kanobi beschwert. Er sei diesem in vielerlei Hinsicht voraus, klagt Anakin, doch der verstehe das nicht und höre ihm auch nicht zu, vielleicht sei er sogar neidisch. Die Verzweiflung über den Verlust eines geliebten Menschen treibt Anakin in den Rachemord. Entgegen dem Ehrenkodex der Jedi-Ritter, in deren Welt Liebesbeziehungen verboten sind, verliebt er sich in die schöne Padme Amidala. Es bedarf allerdings erst einer lebensbedrohlichen Situation, bevor die pflichtbewusste Amidala sich dieser verbotenen Liebe hingibt.
Digitale Tricks
Wer mit der bereits 1977 gestarteten Saga vertraut ist, weiß, dass sich die Beiden kriegen müssen. Schließlich haben sie zwei Kinder gezeugt: Luke Skywalker und Prinzessin Leia. Es scheint, als hätte George Lucas nach breiter Enttäuschung über Episode 1 mit dem neuen Streifen zu einem stimmigeren Erzählrhythmus zurückgefunden, mit mehr Action und weniger Gefühlskitsch. "Episode 2" ist eine Demonstration des filmtechnisch derzeit Machbaren. Jedi- Meister Yoda - in den vorherigen Filmen war er noch eine Puppe - kommt erstmals als digitales Geschöpf daher und wird damit mimisch zum Leben erweckt. Auch wenn die Kreatur manchmal zu lebendig erscheint, dürfen sich eingefleischte Star Wars-Fans darauf freuen, den weisen Zwerg erstmals in einem atemberaubenden Lichtschwert-Kampf zu sehen.
Der gesamte Film wurde mit digitalen Kameras gedreht, jede einzelne Szene von Trickkünstlern am Computer bearbeitet. Darin liegt ein Reiz, aber auch ein Ansatzpunkt für mögliche Kritik. Vielleicht wird sich Lucas einmal mehr die Übertechnisierung eines Films vorwerfen lassen müssen. Denn in Verfolgungsjagden mit Raumschiffen etwa oder einer Massenschlacht zwischen Klonkriegern, Jedi-Rittern, Monstern und Roboter-Soldaten geschieht so viel zugleich, dass dem Zuschauer schwindlig werden kann. In Deutschland läuft "Star Wars: Episode 2" am 16. Mai in den Kinos an.
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