Komödie "Zuhause ist der Zauber los": Neues von Eddie Murphy
VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 09:04(RP). Ein Finanzberater, der immer für seine Kunden da ist und nie für seine siebenjährige Tochter; seine geschiedene Ehefrau, die ihn zwingt, die Tochter wenigstens eine Woche lang zu sich zu nehmen: So einfach und vorhersehbar ist die Ausgangssituation dieser neuen Eddie-Murphy-Komödie "Zuhause ist der Zauber los". Die Tochter wird das Leben des Vaters durcheinanderbringen, ihn finanziell ruinieren und dafür einen besseren Menschen aus ihm machen. Solche Geschichten bedienen kindliche Allmachtsfantasien: Kinder, die ihre Eltern erziehen.
Ob Kinder sich mit Olivia (Yara Shahidi) identifizieren werden, darf bezweifelt werden. Sie ist verhaltensgestört und klammert sich immer noch an die flauschige Decke, unter der sie als Säugling geschlafen hat. Wenn die Lehrer ihr die Decke wegnehmen wollen, stößt Olivia Schreie aus, mit denen der "Blechtrommel"-Held Oskar Matzerath nicht konkurrieren kann. Da sie keine Freunde hat und der Vater ihr nie zuhört – wir erfahren erstaunlicherweise kaum etwas über die Mutter –, kommuniziert Olivia unter der Decke mit Prinzessinnen und Drachen.
Ein Fall für den Kinderpsychiater, sollte man meinen. Und geschäftsschädigend dazu. Evan Danielson alias Eddie Murphy hat Probleme genug; sein Konkurrent Johnny Whitefeather (Thomas Haden Church), der mit einer indianischen Herkunft angibt, nimmt ihm Kunden weg, und jetzt verschmiert Olivia auch noch Papas Präsentationsmappen mit bunten Zeichen. Doch diese Zeichen erweisen sich als Goldgrube. Das Mädchen steht offenbar in Kontakt zu geheimen Mächten, die frühzeitig über Fusionen und finanzielle Transaktionen Bescheid wissen.
Spätestens hier wird der Film, von Karey Kirkpatrick routiniert und professionell inszeniert, zum Ärgernis. Evan liebt seine Tochter nicht um ihrer selbst willen, sondern weil sie die bessere Finanzberaterin ist. Man könnte glauben, die Macher des Films wollten ihre kleinen Zuschauer an die Börse locken. Prinzipiell ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Kinder frühzeitig lernen, mit Geld umzugehen. Aber Olivia denkt nicht logisch, sie hört nur auf Stimmen. Ebenso gut könnte sie Karten legen.
Bewertung: 1 von 5 Sternen
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