Grandiose Kameraführung, absehbare Handlung: "Panic Room" mit Jodie Foster
zuletzt aktualisiert: 15.04.2002 - 12:37Frankfurt/Main (rpo). Das neue Haus ist gerade erst bezogen, da werden die Räumlichkeiten für Mag Altman und ihre Tochter Sarah zum Albtraum: In der ersten Nacht werden die beiden von Einbrechern überrascht. Konsequenz: Mag und Sarah verbringen eine Horror-Nacht in einem gepanzerten, vielfach gesicherten Raum, der als "Panic Room" dem am 18. April in den Kinos anlaufenden Film den Titel gegeben hat.
Der neue Thriller von David Fincher zeigt das Duell zwischen Mutter und Tochter, die sich in letzter Sekunde in den bunkerartigen Raum retten konnten, und den Verbrechern, die just in diesem drei Millionen Dollar verborgen glauben. Auf den Überwachungsmonitoren kann Mag die Aktivitäten von Junior, seinem gutmütigen schwarzen Partner Burnham und dem brutalen Raoul verfolgen. Keineswegs können die beiden neuen Bewohner sicher sein, dass die Eindringlinge es nicht schaffen, den "Panic Room" zu knacken und damit das Leben von Mutter und Tochter in äußerste Gefahr zu bringen. Von dieser Spannung lebt der knapp zweistündige Film, wenngleich das Ende allzu absehbar ist.
Die wirkliche Qualität von Finchers Film ist aber die grandios einfallsreiche Kameraführung von Conrad W. Hall und Darius Khondji. Sie macht das Geschehen über weite Strecken zu einem optischen Ereignis, das mehr zur Spannung beiträgt als das Drehbuch. Immer neue Perspektiven lassen das Innere des Hauses zu einem beängstigenden, labyrinthischen Ort werden. Diesen hat Mag nach ihrer offenbar finanziell ertragreichen Scheidung von einem schrulligen Vorbesitzer erworben hat, der mit dem eingebauten Sicherheitsbunker sich offenbar den so genannten "Situation Room" im Weißen Haus des amerikanischen Präsidenten zum Vorbild genommen hatte.
Glaubwürdige Darstellerin in konstruiertem Geschehen
Dort suchte am 11. September Vizepräsident Dick Cheney Zuflucht. Aber während Cheney nicht wirklich in Gefahr geriet, sehen Mag und Sarah mit Entsetzen, was den Verbrechern alles einfällt, um in den "Panic Room" zu gelangen. Nur gut, dass sie dabei in Streit geraten. Und auch der geschiedene Mann kommt noch ins Spiel. Fincher, der sich mit Filmen wie "Sieben" oder "Fight Club" einen guten Ruf für harte Kost erworben hat, beweist auch in seiner neuen Produktion eigene Handschrift. In Jodie Foster als Mag hat er dazu eine ebenso populäre wie glaubwürdige Darstellerin, die das letztlich sehr konstruierte Geschehen mitträgt.
Der rundliche Forest Whitaker als Burnham ist eigentlich viel zu lieb, um als Gangster durchzugehen. Dem renommierten Drehbuchautor David Koepp ist überhaupt bei Charakteren wie Handlungsentwicklung nicht viel Neues eingefallen. Die innovative Kamera kann das mit zunehmender Dauer des Films immer weniger verbergen, die Explosion von Gewalt im Finale ist wenig einfallsreich, ja sogar abstoßend. Aber "Panic Room", in den USA bereits sehr erfolgreich angelaufen, ist ein Film, der einen Besuch lohnt - was sich derzeit nicht oft sagen lässt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






