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Komödie "Résiste": Protest der Praktikanten

VON THOMAS KLINGENMAIER - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 08:00

(RP).Es gibt keine Arbeit? Nein, so kann man den Jobmarkt, der mehr oder weniger Universitätsabsolventen erwartet, nicht beschreiben. Arbeit gibt es, nur viel zu wenige Firmen, die dafür auch anständig bezahlen wollen. Den Berufsanfängern wird ein gar nicht oder nur hohnvoll schlecht bezahltes Praktikum nach dem anderen angeboten, weil sie doch erst mal Praxisluft schnuppern müssten, bevor sie halbwegs einsetzbar seien.

 Foto: Movienet
Foto: Movienet

Statt Einweisung aber folgen Ausbeutung und Erpressung: mit der Hoffnung auf feste Übernahme werden die Praktikanten zu Höchstleistungen getrieben. Versagen sie, fliegen sie umstandslos raus. Liefern sie gute Arbeit, will der Chef davon künftig noch mehr zum unschlagbaren Preis von Null Euro. So weit verbreitet ist diese Praxis, dass man von der Generation Praktikum spricht.

"Résiste – Aufstand der Praktikanten" scheint also der Film zur Lage zu sein, eine politische Komödie mit Zielerfassungsinstinkt, eventuell ein würdiger Nachfolger von "Die fetten Jahre sind vorbei." Aber nach den ersten Szenen wird klar, dass Jonas Grosch ("Der Weiße mit dem Schwarzbrot") in seinem Spielfilmdebüt völlig scheitert. Schon die Grundhaltung, blasierter Spott und wehleidiges Anspruchsdenken, verhindern die komisch-kritische Aufarbeitung einer sozialen Entgleisung. Aber Grosch will nicht einmal eine einseitige Lobbykomödie, sondern wohl eine Demonstration surrealer Weltkritik, zu der ihm aber Fantasie, Bildsprache, Wortwitz und Timing fehlen.

Till (Hannes Wegener) hat die Nase voll vom Praktikantendasein und gründet eine Beraterfirma für seinesgleichen. Das funktioniert prächtig, und der frühere Unterling wird Jungunternehmer des Jahres. Dass seine Firma irgendwo auf den Dächern liegt, ist eine Pennälerwitzvariante von Kafkas Dachbodengerichten, Tills Altachtundsechziger-Eltern sind plumpe Karikaturen (Christof und Sabine Wackernagel), und die französische Praktikantin Sydelia (Katharina Wackernagel) kann man mit viel gutem Willen allenfalls als missratene Parodie auf die Klischeefreude des Wirtschaftswunderkinos bezeichnen. Wäre dies ein Praktikum, wäre es noch vor der ersten Frühstückspause beendet.

Bewertung: 1 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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