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Animationsfilm aus Belgien
Kinderfreundliche Robinsonade in 3D mit Cindy aus Marzahn

Robinson Crusoe – Cindy aus Marzahn spricht in Robinsonade in 3D
Eine Szene aus dem Film "Robinson Crusoe". FOTO: dpa, hjb
Düsseldorf. Bei Stress kommt die Sehnsucht nach der einsamen Insel, sagt man. Robinson Crusoe ist da natürlich die Ausnahme. Mit was quälte Daniel Defoe den Armen nicht alles in seinem 1719 veröffentlichten Roman! Einziger Überlebender eines Schiffbruchs, danach 28 Jahre fern der Zivilisation. Hunger, Heimweh, Fieberkrämpfe, Kannibalen und Piraten. Klingt nach Stress. Von Renée Wieder

Weil Martyrien so gut fürs Abenteuerkino taugen, wurde das Buch zwei dutzendmal verfilmt. Mit Peter O' Toole, Dick Van Dyke oder Aidan Quinn, und unfreiwillig komisch dieser bronze-ölige Pierce Brosnan von 1997. Sie alle mussten stranden, leiden und um ihre nackte Haut kämpfen, wenn auch nicht so schlimm wie Tom Hanks in "Cast Away". Das ja auch nur eine Milleniums-Ausgabe der Robinsonade war.

Beeindruckende 3D-Animation

Der neueste Film kommt aus Belgien und beeindruckt mit einer plastischen 3D-Animation, die qualitativ gar nicht so weit hinter Hollywood liegt. Regisseur Vincent Kasteloot ("Sammys Abenteuer 2") entwirft ein buntes Inselparadies und dünnt alles aus, was Kinder erschrecken könnte. Erzählt wird aus Sicht einer Clique exotischer Inseltiere. Der aus dem Schiffswrack stolpernde Crusoe lässt sich misstrauisch beäugen, bevor man ihn für zahm erklärt, dann wird es amüsant und seicht. Kein Fieber schüttelt diesen Robinson, Menschenfresser gibt es nicht und schon gar keinen Wilden namens Freitag. Stattdessen einen frechen Ara, der Dienstag heißt.

Vor allem aber haben Mensch und Tiere Stimmen, die nach launigen deutschen Comedystars klingen und damit absolut unbedrohlich. Matthias Schweighöfer spricht Robinson mit bräsiger Coolness. Kaya Yanar ist der perfekte Dienstag, Dieter Hallervorden bringt als sturer Bock etwas Ruhe rein. Nur Cindy aus Marzahn bleibt blass als Tapirdame. Vielleicht, weil der Erkennungswert ihres Organs schon wieder einen Tick zu hoch ist.

Crusoe kann im Baumhaus abfeiern

So bekommt jede Figur ihr Profil und jeder Sprecher seine Sprüche, und Crusoe kann im Baumhaus abfeiern. Es gibt zwei verflohte Katzen, die gemein rumstören im Robinsonclub. Aber das hält nur die magere Rahmenhandlung zusammen und lenkt nicht weiter ab von den schnell geschnittenen Actionszenen und den familiengeeichten Gags. Mit Defoes feindlicher Wildnis hat das alles nichts zu tun.

Ist eher wie Malle-Urlaub mit Streichelzoo. Bloß ohne Alkohol. Und ohne Touristen.

Robinson Crusoe, Belgien, Frankreich 2016 - Regie: Vincent Kesteloot 90 Min. (FSK ab 0)

Quelle: RP
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