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Komödie "Männer, die auf Ziegen starren"
Schrullige Armee-Satire

Szenen aus "Männer, die auf Ziegen starren"
Szenen aus "Männer, die auf Ziegen starren" FOTO: Kinowelt
(RP). Idealistische Hippiesoldaten und paranormaler Hokuspokus beim amerikanischen Militär? Der Kleinstadt-Reporter (Ewan McGregor) kann kaum fassen, was ihm der bei seiner Mutter hausende Frühpensionär auftischt. Der scheinbar Verrückte behauptet doch glatt, einst von der US-Armee in absurden Aktivitäten wie – durch Wände laufen, die Gedanken des Gegners lesen oder Tiere durch Blicke töten– ausgebildet worden zu sein. Von Albert Baer

Alles Blödsinn, denkt der Journalist, doch kaum in Kuweit angekommen, trifft er in einer Bar einen sonderbaren Schnauzbartträger (George Clooney), der die Spinnereien bestätigt und sich immer noch für einen Yedi-Ritter mit spirituellen Kräften hält. Mit dem kauzigen Kerl reist der naive Schreiberling mitten durch den besetzten Irak, während sich in Rückblenden nach und nach der ganze Wahnwitz offenbart.

Man mag es kaum glauben, doch die bizarre Geschichte soll angeblich stimmen. In seinem Sachbuch "Durch die Wand: Die US-Armee, absurde Experimente und der Krieg gegen den Terror" enthüllte der britische Journalist Jon Ronson 2005 die jahrelangen geheimen wie dubiosen Umtriebe der US-Armee für gewaltlose Kriegsführung. Und so staunt nicht nur der unbedarfte Reporter, sondern auch der Zuschauer, wenn hier ein köstlich knatternder Clooney einer Ziege tief in die Augen starrt, um sie auszuschalten, oder der Oberguru (Jeff Bridges) der bunt uniformierten Truppe versucht, seine Rekruten mit Tanztherapie locker zu machen, um übernatürliche Talente aus ihnen herauszukitzeln.

Das hört sich nach einer grandiosen Militärsatire an, doch "Männer, die auf Ziegen starren" kann sich dann doch nicht mit Klassikern wie "M.A.S.H." oder "Catch 22" messen. Das Hauptproblem ist, dass sich die vorgeführten abstrusen Anekdoten nicht so recht fügen, und Clooney-Kumpel Grant Heslov in seinem Regiedebüt bisweilen so orientierungslos inszeniert, als hätte er selbst zuviel von dem Zeug genommen, das seine Figuren ständig einwerfen. Hinreißend agieren aber die Darsteller, allen voran Jeff Bridges. Wie er sich als kiffender Gründer der seltsamen Spezialeinheit durch allen denkbaren Eso-Schnickschnack experimentiert und seine langhaarigen Flower-Power-Jungs zum übersinnlichen Üben animiert, das erinnert an seine legendäre Paraderolle in "The Big Lebowski ".

Bewertung: 3 von 5 Sternen

Quelle: RP
 
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