Pop-Literatur goes Kino: "Soloalbum" als Verfilmung im Kino
zuletzt aktualisiert: 24.03.2003 - 13:25Berlin (rpo). Mit "Soloalbum" kommt eine junge Komödie in die Kinos, die auf dem gleichnamigen Bestseller von Benjamin von Stuckrad-Barre basiert. Doch ob der Film so erfolgreich wie das Buch werden wird, ist fraglich.
In "Soloalbum" dreht sich alles um Ben: Er ist jung, einigermaßen passabel aussehend und als Star-Autor bei einer angesagten Musik-Zeitschrift erfolgreich. Sein Problem: Vor lauter Erfolg hat er vergessen, sich um seine Freundin Katharina zu kümmern, und das ausgerechnet an ihrem Geburtstag. Deshalb gibt sie ihm kurz und bündig den Laufpass - per SMS. Eine solche Abfuhr geht selbst an Egozentrikern wie Ben (Matthias Schweighöfer) nicht spurlos vorüber. Deshalb verkriecht er sich tagelang unter seiner Bettdecke und ergibt sich seinem Liebeskummer. Erst als die von besorgten Nachbarn alarmierte Feuerwehr seine Tür aufbrechen will, wird er ins Leben zurück geholt. Fortan versucht sich Ben, unterstützt von seinen beiden besten Freunden Christian (Christian Näthe) und Alf (Oliver Wnuck), aus seinem seelischen Tief zu befreien.
Geschichten, in denen hauptsächlich über Musik, Mode, Medien und das Leben an sich philosophiert wird, lassen sich nur schwer in Szene setzen. Deshalb steht im Film anders als im Buch auch die Liebesgeschichte im Vordergrund. Dagegen dienen die Gedanken über Popkultur nur noch als Hintergrund.
Schauspielerische Leistung nicht wirklich überzeugend
Ob der Film damit an den Erfolg des Buches anknüpfen kann, ist fraglich. Während man sich im Buch noch an den selbstverliebten Betrachtungen ergötzen konnte, will im Film der Funke nicht so recht überspringen. Obwohl die Schauspieler zum hoffnungsvollen deutschen Nachwuchs gehören, der Film zum Teil mit feinstem Brit-Pop untermalt ist und die Dialoge durchaus komisch sind, wirkt die Handlung oft zu gewollt und vorhersehbar.
Zudem gelingt es den Darstellern nicht richtig, die Figuren wirklich voll zu entwickeln: Egal, ob Matthias Schweighöfer alias Ben Plattenkritiken ins Diktiergerät spricht oder krank vor Liebeskummer im Bett liegt, - seine Mimik ist immer dieselbe. Auch Nora Tschirner, die ihr Geld eigentlich bei MTV verdient, kann als vernachlässigte Freundin Katharina kaum überzeugen. Einzig die beiden Freunde Christian und Alf schaffen es, dem Film immer wieder neuen Schwung zu verleihen.
Nicht zuletzt deshalb ist "Soloalbum" kein echtes Stück filmischer Popkultur geworden, sondern nur leicht verdauliche Unterhaltung. Einen bleibenden Eindruck wie das Buch wird der Film aber wohl nicht hinterlassen. "Soloalbum" kommt am 23. März in die Kinos.
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