Sophia Loren in "Zwischen Fremden"
zuletzt aktualisiert: 24.11.2003 - 10:26Frankfurt/Main (rpo). Es ist immer rühmenswert, wenn dankbare Söhne ihren in die Jahre gekommenen Müttern schöne Geschenke machen. Edoardo Ponti konnte seine Mutter Sophia Loren in ganz besonderer Weise beschenken: Ponti ist Regisseur und Autor der kanadisch-italienischen Kinoproduktion, die unter dem Titel "Zwischen Fremden" ab dem 27. November zu sehen ist.
Es ist zugleich der 100. Film der Loren, die seit mehr als 50 Jahren vor der Kamera steht und in dieser Jubiläumsarbeit von berühmten Kollegennamen umgeben wird.
Als da sind Gerard Depardieu, Klaus Maria Brandauer, Mira Sorvino, Pete Postlethwaite und andere. Sie alle treten in einem Drama auf, in dessen Zentrum drei Frauen verschiedenen Alters und verschiedener Herkunft stehen. Am Ende des 95-minütigen Films werden sie gemeinsam in der Wartehalle des Flughafens von Toronto sitzen, jede mit neuen Hoffnungen, neuen Perspektiven nach schweren Lebenskrisen und schicksalhaften Entscheidungen. In seinem ersten Kinostreifen präsentiert Ponti eine sehr ruhige Erzählweise, die angenehm altmodisch sich aller Knalleffekte und künstlicher Hektik verweigert.
Die nun 69-jährige Loren spielt die verhärmte, ihre künstlerische Begabung fast verleugnende Olivia, Ehefrau eines ungeliebten Mannes, der im Rollstuhl seiner einstigen Läuferkarriere nachtrauert. Mira Sorvino ist die hoffnungsvolle Fotojournalistin Natalia, die den beruflichen Erfolgen ihres von Brandauer verkörperten Vaters nacheifert, aber mit Zweifeln an ihrem Job kämpft. Und Deborah Kara Unger hat die Rolle der berühmten Cellistin Catherine inne, die Mann und Kind verlassen hat - besessen von dem Gedanken, sich an ihrem Vater zu rächen, der seine Zuchthausstrafe wegen der Ermordung von Catherines Mutter abgesessen hat.
Respektables Kinodebüt des jungen Loren-Sohns
Behutsam und sorgfältig werden die drei Frauencharaktere in dem Film entwickelt. Die drei Geschichten laufen nebeneinander her, sind nicht ineinander verwoben, was einen besonderen Überraschungseffekt ergibt. Männer haben nur Nebenrollen inne, wobei der Brite Postlethwaite als gelähmter Haustyrann und sein Landsmann Malcolm McDowell als Strafentlassener den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Depardieu als feinfühliger Gärtner ist weniger überzeugend, Brandauer kann nur wenig von seinem wahren Können in dem Vater-Part zeigen.
Mit der Musik des polnischen Komponisten Zbigniew Preisner, der schon die Töne für die Meisterwerke seines Landsmanns Krzysztof Kieslowski schuf, hat der Spielfilmdebütant aus prominenter Familie ein sehr respektables Kinodebüt abgeliefert. Der junge Italiener ist erst 30 Jahre alt, ihm stehen alle Türen offen - wir werden noch sehen und hören von Edoardo Ponti.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






