kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Biografie "Precious" war in den USA ein Sensations-Erfolg: Sozialdrama mit Happy End

VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 25.03.2010 - 14:09

(RP). Im Zeitalter der politischen Korrektheit ist es unüblich, dass Menschen öffentlich nach Hautfarbe und Körpergewicht beurteilt werden. Aber Werbefachleute, die einen Film wie "Precious" verkaufen müssen, können sich keine falsche Höflichkeit erlauben. Sie müssen das Problem beim Namen nennen und die Frage stellen: Wer ist hier in Deutschland bereit, sich mit einem übergewichtigen schwarzen Mädchen zu identifizieren, das im Alter von 16 Jahren bereits zum zweiten Mal von seinem Stiefvater schwanger ist und außerdem mit dem HIV-Virus infiziert wurde? Schreckt diese Anhäufung von Problemen nicht ab?

Nein, tut sie nicht. "Precious" ist ein Musterbeispiel für einen Crossover-Hit, also einen Film, der unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen anspricht. Man könnte den Stoff mühelos nach Deutschland übertragen, aus Precious eine Jugendliche mit oder ohne Migrationshintergrund machen, die mit ihrer Hartz-IV-Mutter zusammenlebt, von ihr beschimpft und geschlagen wird und die von einer besseren Welt träumt. Ihre Träume werden wahr, ein wenig zumindest. Eine verständnisvolle Lehrerin hilft Precious, ihre Schreibschwäche zu überwinden, und sie schafft es bis zum Schulabschluss.

Das eigentliche Happy-End hat außerhalb des Films stattgefunden: Die literarische Vorlage, das autobiografische Buch "Push" von Sapphire, wurde zum Bestseller, und der Film, zunächst von Finanzierungsschwierigkeiten geplagt, geriet zu einer Herzensangelegenheit von Oprah Winfrey: Die millionenschwere Talkmasterin, die selbst Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch und Übergewicht hat, betrieb eine aggressive Werbekampagne, die in diesem Fall gerechtfertigt war. Das deprimierende Thema wird von Regisseur Lee Daniels (als erster Afroamerikaner für den Regie-Oscar nominiert) mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit erzählt. Etwas naiv wirkt lediglich das Vertrauen in die staatlichen Förderinstitutionen, die Precious vor dem totalen Absturz bewahren.

Es spricht für die Hauptdarstellerin Gabourey Sidibe, dass man sich auf ihre Augen und ihren Mund konzentriert und ihren Körper als selbstverständlich hinnimmt. Doch das Ereignis des Films ist die Oscar-prämierte Mo'Nique als Rabenmutter, die ihrer Tochter ganz locker-lässig eine Bratpfanne an den Kopf schleudert. Bei ihrem großen Schlussmonolog, in dem sie zitternd und weinend einer Sozialarbeiterin (Mariah Carey) gesteht, die Vergewaltigung ihrer Tochter "übersehen" zu haben, kommt ihre Verletzbarkeit zum Vorschein. Da hat man für einen kurzen Moment Mitleid mit dieser Frau, deren Verhalten sich trotzdem nicht entschuldigen lässt.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Federn, Pailletten und wehende Röcke

Karneval der Kulturen

Federn, Pailletten und wehende Röcke

Wenn in Berlin Karneval der Kulturen ist, ist der Stadtteil Kreuzberg vor Federn, Pailletten und Röcken noch bunter als sonst. mehr 

Ein Bild Amerikas zum Fürchten

"Die weiße Wut" - das Buch zur Tea Party

Ein Bild Amerikas zum Fürchten

Die Journalistin Eva C. Schweitzer hat sich intensiv mit Amerikas Neuer Rechter, der Tea Party auseinandergesetzt. mehr 

mehr Kultur
Aus der Region

"Die weiße Wut" - das Buch zur Tea Party

Ein Bild Amerikas zum Fürchten

Politische Punktevergabe beim Eurovision Song Contest

Anke Engelke: "Europa beobachtet Dich"

Eurovision Song Contest in Baku

Das sagt das Netz zum ESC

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Mehr Nachrichten aus Kultur Film
Film Review Men In Black 3

Dritter Teil im Kino

"Men in Black" sind wieder in Form

Im dritten Teil der erfolgreichen Actionfilm-Serie gehen die Helden Will Smith und Tommy Lee Jones auf Zeitreise. Die Kampfszenen sind irrwitzig wie eh und je, diesmal dürfen die Hauptfiguren aber auch richtige Charaktere werden. Eine gelungene ... VON SEBASTIAN SCHERER  mehr

 
 

"Moonrise Kingdom" neu im Kino

Wo die Neurosen blühen

 

Internationale Filmfestspiele in Cannes

Drei starke Frauen, eine schwache Hose

 

Internationale Filmfestspiele in Cannes

Das doppelte Brad Pittchen

 
Top-Services
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind .. mehr 
 
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind ..
mehr 
Karneval der Kulturen in Berlin
Karneval der Kulturen in Berlin
Wenn Berlin zum Karneval der Kulturen lädt ..
mehr 
Roman Lob überzeugt mit schlichten Gesten
Roman Lob überzeugt mit schlichten Gesten
Wie schon Lena vor ihm überzeugte Roman Lob ..
mehr 
ESC 2012: Die zauberhaften Momente der Künstler
ESC 2012: Die zauberhaften Momente der Künstler
Der Eurovision Song Contest 2012 wurde von den ..
mehr 
Eindrücke vom Wave-Gotik-Festival in Leipzig
Eindrücke vom Wave-Gotik-Festival in Leipzig
Das Wave-Gotik-Festival in Leipzig ist ein ..
mehr 
ESC 2012: Lenas seltsames Outfit
ESC 2012: Lenas seltsames Outfit
Beim zweiten Halbfinale des Eurovision Song ..
mehr 
ESC 2012 in Baku: Das sind die Platzierungen
ESC 2012 in Baku: Das sind die Platzierungen
Schweden darf den Eurovision Song Contest 2013 ..
mehr