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"Suicide Squad"
Fiese Typen werden Superhelden

Suicide Squad mit Will Smith im Kino: Fiese Typen werden Superhelden
Der Joker wird gespielt von Jared Leto. FOTO: 3307
Düsseldorf. In "Suicide Squad" soll ein Team aus Schurken die USA retten. Das Schaulaufen der Superschurken bliebt jedoch in großen Teilen blass und unspektakulär. Von Günter H. Jekubzik

Sie sind Gelddruckmaschine und die Pest des Kinos zugleich: Superhelden. Immer erfolgreich gegen das Böse, meist ertragreich an der Kinokasse, und in den Comic-Heftchen schlummert unendlicher Nachschub. Doch auch die Produzenten ahnen, dass die Super-Menschen in Strumpfhosen auf Dauer selbst die härtesten Fans langweilen werden. Darum werden nun Superhelden auf Leinwand zusammengebracht. Oder noch besser: Die Bösen wechseln die Seite. Bei "Hancock" ging das noch daneben. "Guardians of the Galaxy" war indes ein Erfolg. Auch in "Suicide Squad" werden nun ein paar miese Typen zusammengeworfen - das geht gehörig schief.

Film-Review zu "Suicide Squad"

In unglaublich langen 20 Minuten ohne eigentliche Handlung wird unverschämt schematisch das Team aus superbösen Helden zusammengestellt. Die knallharte Regierungsbeamtin Amanda Waller (Viola Davis) argumentiert wie gehabt mit irgendeiner imaginären Bedrohung der USA. Das hat nichts mit Realitäten zu tun, aber scheint als Begründung für jede Aufrüstung gegen das eigene Volk auszureichen. So bekommen die Psychopathen aus den Hochsicherheitstrakten ein staatliches Waffenarsenal und sollen ein unüberwindliches Wesen überwinden. Das aus dem gleichen Superschurken-Staatsprogramm entstammt.

Es folgt das Übliche: Martialische Überwältigung mit massenhaft Schusswaffen, Messern und Schwertern. Der Joker (Jared Leto) besucht zwischendurch seine Geliebte Harley, Batman Ben Affleck trinkt einen Kaffee. An "Die glorreichen Sieben" (1960) aus John Sturges' Western oder Kurosawas "Die sieben Samurai" sollte man bei der Truppe in "Suicide Squad" besser nicht denken. Die Figurenzeichnung ist derart oberflächlich, dass man sich fragt, wie das bei solch einem Projekt passieren kann.

Nur der ebenso nachdenkliche wie schießwütige Deadshot und die ausgeflippte Punkfrau Harley bekommen etwas persönliche Geschichte mit. Der Normal-Man Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman) darf um seine Liebe kämpfen, die von einer übermächtigen Hexe besessen ist. Der Rest ist lautes, aber in der Inszenierung furchtbar unspektakuläres "Spektakel" .

Kinostarts der Woche FOTO: Moviepilot

Suicide Squad, USA 2016 - Regie: David Ayer, mit Jared Leto, Will Smith, Margot Robbie, 123 Minuten

Bilder von der Filmpremiere in London gibt es hier.

Quelle: RP
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