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"The Danish Girl"
Eddie Redmayne fühlt sich im falschen Körper

Kinostarts der Woche
Kinostarts der Woche FOTO: Moviepilot
Düsseldorf. Kopenhagen im Jahr 1926: Einar Wegener wird als erfolgreicher Landschaftsmaler gefeiert, seine Frau Gerda zeichnet Porträts. Sie sind jung und glücklich miteinander. Doch schnell wird in "The Danish Girl" klar, dass mit dem Filmtitel nicht die Künstlerin, sondern ihr Ehemann gemeint ist. Von Barbara Munker

Mit seinen zarten Händen streicht Einar über Tüll-Kleider in der Garderobe des Balletts. Im Atelier seiner Frau streift er sich Seidenstrümpfe und Spitzenschuhe über, als er für sie Modell steht. Anfangs zögerlich, dann immer häufiger kleidet er sich als Frau.

Es ist kein sexueller Fetisch, keine Dragqueen-Verkleidung. Einar erkennt, dass er im falschen Körper geboren wurde und als Frau leben möchte. "The Danish Girl" erzählt nach wahren Begebenheiten die Geschichte des Künstlers, der als Lili Elbe ein Doppelleben führte und sich als einer der ersten Transsexuellen einer Geschlechtsumwandlung unterzog. Als Vorlage dient der gleichnamige Bestsellerroman von David Ebershoff aus dem Jahr 2000.

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Passender geht es kaum. Die Transgender-Thematik über Menschen, die das Gefühl haben, im falschen Körper geboren zu sein, erlebt derzeit einen wahren Showbusinessboom, von Schlagzeilen über Caitlyn Jenner, ehemals Bruce, bis zu TV-Serien wie "Transparent" und "Orange is the New Black".

Doch der britische Regisseur Tom Hooper begeisterte sich schon 2008 für den Stoff, als er noch an dem späteren Oscar-Abräumer "The King's Speech" arbeitete. "Es ist schwer, etwas großartig Geschriebenes zu entdecken, ich fand die Liebesgeschichte unwiderstehlich, episch", sagte Hooper in einem Interview. Und so ist der Film kein brisantes Gesellschaftsdrama mit politischen Untertönen, sondern eine schön verfilmte Love-Story mit großen Emotionen, von der stellenweise schnulzigen Vertonung von Alexandre Desplat untermalt.

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Seine enorme Wandelbarkeit hatte der Brite Eddie Redmayne schon in der Rolle des schwer kranken Physikers Stephen Hawking in "Die Entdeckung der Unendlichkeit" gezeigt - und damit im vorigen Februar den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen. Der schwedische Shooting-Star Alicia Vikander ("Ex Machina", "Anna Karenina") ist ihm ebenbürtig. Die 27-Jährige spielt Gerda mit allen Facetten, verführerisch, fassungslos, verzweifelt, verständnisvoll und vor allem als starke, treue Begleiterin.

Quelle: RP
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