kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Eiskalte Klimakatastrophe in Hollywood-Manier: The Day after Tomorrow: Emmerichs Endzeitvision

zuletzt aktualisiert: 24.05.2004 - 10:33

Der Sommer steht vor der Tür, doch in den Kinosälen zieht der Winter ein: Mit "The day after Tomorrow zeigt Roland Emmerich seine Version einer tragischen Klima-Katastrophe. Der in Hollywood arbeitende Schwabe zeigt dabei eine gelungene Kombination aus menschlicher Tragödie und spannenden Show-Effekten, wie New York von unermesslichen Mengen Eis und Schnee heimgesucht wird.

Im Mittelpunkt der Handlung des über zweistündigen Films steht der Klimaforscher Jack Hall. Dessen Forschungen im antarktischen Eis haben ergeben, dass die globale Erwärmung einen plötzlichen Klimaumschwung des Planeten auslösen könnte: Eine neue Eiszeit droht! Doch Halls Warnungen werden von ignoranten Politikern an der Spitze der USA als Panikmache abgetan. Doch Naturgewalten lassen sich spätestens dann nicht mehr leugnen, wenn sie losbrechen.

Und das ist im Film bald der Fall: Gewaltige Stürme suchen die Erde heim, verheerende Tornados ziehen eine Spur der Verwüstung und des Todes durch Los Angeles. In Neu-Delhi schneit es, Tokio gerät unter Beschuss straußeneigroßer Hagelkörner. Die das Klima stabilisierenden Meeresströmungen werden durch schmelzende Polarkappen unterbrochen und lösen in kurzer Zeit den Beginn einer neuen Eiszeit aus, die die nördliche Erdhalbkugel weitgehend unter einem weißen Kältemantel begräbt. Für die Menschen und Staaten dort geht es nur noch ums nackte Überleben. Die US-Regierung muss nach Mexiko evakuiert werden, der bis zuletzt im Weißen Haus ausharrende Präsident fällt den Wirren zum Opfer.

Hall, der auf schreckliche Weise Recht behalten hat, sorgt sich weniger um sich als um seinen Sohn Sam in New York. Der hat sich zwar mit Freunden vor einer ganz Manhattan überrollenden Flutwelle noch in den oberen Bereich der dortigen Bibliothek gerettet. Doch schon kommt der nächste Schock: Eine nie gekannte Kältewelle lässt das Wasser gefrieren und verwandelt die Weltmetropole zu einem Eisschrank, in dem alles Leben erstarrt. Verzweifelt verfeuern die Überlebenden in der Bibliothek auch die kostbarsten Bücher, um nicht zu erfrieren. Sam ahnt nicht, dass sein Vater mit zwei Begleitern unterwegs ist, um ihn und auch die anderen zu retten. Ob ihnen das gelingt, ist im Kino zu sehen.

Amerikaner fliehen massenhaft ins arme Mexiko

Roland Emmerich hat aus wissenschaftlicher Sicht gewiss kein realistisches Szenario im Kino entworfen. Klimatische Veränderungen mit solchen Folgen laufen nicht im Zeitraffer ab. Doch darauf kommt es in zwei Kinostunden wahrlich nicht an. Viel wichtiger ist die unzweideutige Botschaft des Films: Menschlicher Umweltfrevel könnte eine katastrophale Entwicklung auslösen, deren Dimension der Film in grandios-apokalyptischen Bildern illustriert. Nicht Außerirdische oder das Monster "Godzilla" lässt der Hollywood-Schwabe auf die westliche Zivilisation los, sondern Naturgewalten. Genau das macht das Geschehen trotz aller Unwahrscheinlichkeiten so erschreckend.

Eine der besten Szenen des Films zeigt die massenhafte Fluchtbewegung von US-Amerikanern über die berüchtigte Grenze zum viel ärmeren Mexiko am Rio Grande. Der Nord-Süd-Konflikt paradox, das ergibt starke Bilder und erzeugt Nachdenklichkeit darüber, wie schnell sich das Blatt einmal wenden könnte. Auch die Wendung des US-Vizepräsidenten, der nicht unabsichtlich an den derzeitigen Amtsinhaber erinnert, vom Umweltfeind zum Politiker, der seinen Irrtum öffentlich eingesteht, macht den Film sehenswert.

Bei der Zeichnung der Hauptpersonen menschelt Emmerich nicht allzu sehr. Mit Dennis Quaid als Jack Hall, Jake Gyllenhaal als sein Sohn Sam, die sanfte Emmy Rossum als Sams Freundin Laura und dem hintergründigen britischen Charakterdarsteller Ian Holm als Leiter einer Beobachtungsstation im schottischen Norden agieren Schauspieler, die sich nicht in den Vordergrund spielen. Das Ereignis des Films sind ohnehin die tricktechnisch perfekten Bilder einer Katastrophe, die der Menschheit schon deshalb hoffentlich erspart bleibt, weil uns das Kino zeigt, was dann droht.

Der Film, in dem Emmerich erstmals auch USA-kritische Klänge anschlägt, kommt am 27. Mai in die Kinos.


 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Eine Legende in 3D

"Star Wars: Episode 1"

Eine Legende in 3D

Der "Krieg der Sterne" ist zurück: Die Story ist bekannt, Altmeister George Lucas bringt sie erstmals dreidimensional ins Kino. mehr 

Angelina Jolie zeigt ihre Stärke

Berlinale-Blog 2012

Angelina Jolie zeigt ihre Stärke

Wer glaubt, Angelina Jolie habe nur mal ausprobieren wollen wie es sich anfühlt, im Regiestuhl zu sitzen, wird eines Besseren belehrt. mehr 

mehr Kultur
Aus der Region

"Star Wars: Episode 1"

Eine Legende in 3D

Berlinale-Blog 2012

Angelina Jolie zeigt ihre Stärke

Berlinale-Blog 2012

Jake Gyllenhall ist der Schönste

"Extrem laut und unglaublich nah" auf der Berlinale

Großes Gefühlskino von Stephen Daldry

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Schahidi: "Mit diesem Sieg hat Borussia ein Ausrufezeichen gesetzt!"

Nach zwei eher bescheidenen Spielen (Wolfsburg und Hertha) lässt es Borussia im eigenen Stadion wieder richtig krachen. Nach 110 ... mehr 

Mehr Nachrichten aus Kultur Film

"Star Wars: Episode 1"

Eine Legende in 3D

Der "Krieg der Sterne" ist zurück: Zwar ist die Story bekannt, Altmeister George Lucas aber bringt Obi-Wan Kenobi, Meister Yoda, Königin Amidala und Anakin Skywalker erstmals dreidimensional ins Kino. mehr

 

Berlinale-Blog 2012

Angelina Jolie zeigt ihre Stärke

 
 

"Extrem laut und unglaublich nah" auf der Berlinale

Großes Gefühlskino von Stephen Daldry

 

Berlinale Blog 2012

Bekenntnisse einer Cineastin

 

Stars auf dem roten Teppich

"Revolutionärer" Auftakt der Berlinale

Top-Services
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind .. mehr 
 
Möbel aus Turngeräten
Möbel aus Turngeräten
Die Möbel der Firma "Zur schönen Linde" sind ..
mehr 
Angelina Jolie strahlt in Berlin
Angelina Jolie strahlt in Berlin
Angelina Jolie stellt ihren Film "In the Land ..
mehr 
Berlinale 2012: Glanz und Glamour auf dem roten Teppich
Berlinale 2012: Glanz und Glamour auf dem roten Teppich
Berlin ist wieder Hauptstadt des Films: Zur Eröffnung ..
mehr 
Bisher unveröffentlichte Bilder von Marilyn Monroe
Bisher unveröffentlichte Bilder von Marilyn Monroe
Marilyn Monroe ist eine Hollywood-Legende. Sie prägte ..
mehr 
Szenenbilder aus "Hugo Cabret"
Szenenbilder aus "Hugo Cabret"
Martin Scorseses erster 3D-Film ist eine ..
mehr 
Szenen aus "Star Wars Episode I - Die dunkle Bedrohung"
Szenen aus "Star Wars Episode I - Die dunkle Bedrohung"
Es war klar, dass sich George Lucas den 3D-Hype nicht ..
mehr 
Neu im Kino: Der Junge mit dem Fahrrad
Neu im Kino: Der Junge mit dem Fahrrad
"Der Junge mit dem Fahrrad" ist der neue Film ..
mehr 
Super Bowl: Madonnas Show und ein Skandälchen
Super Bowl: Madonnas Show und ein Skandälchen
US-Popdiva Madonna hat mit einer überwältigenden Show die ..
mehr