Die schlechteste Fußballmannschaft der Welt: 'The Other Final': Exotische Kicker
zuletzt aktualisiert: 21.06.2004 - 10:34Wem der sportliche Wettkampf bei der EM im Fernsehen nicht ausreicht, der kann ab dem 24. Juni im Kino Fußball einmal anders erleben. Die anrührende Dokumentation "The Other Final" zeigt, wie bei einem Spiel der schlechtesten Mannschaften der Welt der ursprüngliche Geist des Fußballs wieder entdeckt wird.
Während die Welt am 30. Juni 2002 auf das Weltmeisterschafts-Endspiel in Japan zwischen Deutschland und Brasilien blickte, trafen sich in einem abgelegenen Königreich im Himalaya zwei Nationen zu einem "anderen Finale". Wie Bhutan und die karibische Insel Montserrat um den Titel der weltschlechtesten Mannschaft kämpfen, das zeigt der Niederländer Johan Kramer in seiner liebevollen Dokumentation.
Bevor das Spiel zwischen den beiden schlecht-Platziertesten der FIFA-Rangliste (Platz 202 und 203) im Changlimithan Stadium in Thimphu (Hauptstadt von Bhutan) arrangiert wurde, hatten die beiden Länder noch nie etwas voneinander gehört. Mit 20.000 Fans vor Ort bibbert Bhutan dem Match entgegen. Doch auch der Gegner hat ein großes Handicap: Die Mannschaft konnte nur eine Woche auf einem Platz mit international üblichen Abmessungen trainieren, ein Lavastrom verkleinerte das Spielfeld. Gut, dass der Kapitän der Nationalmannschaft Bhutans die Freundschaft und neue Beziehung zwischen den Nationen höher einschätzt als alle Tore. Davon können die Kicker, die momentan um den EM-Titel kämpfen, nur träumen.
Der Regisseur Johan Kramer nähert sich mit hintergründigem Witz den Bemühungen der beiden Länder, dieses Spiel zu Stande kommen zu lassen. Dennoch ist er weit davon entfernt, sich über ihre Unbeholfenheit lustig zu machen. Sein unterhaltsamer Film zeigt anhand von Interviews und stimmungsvollen Bildern eine spannende und exotische Begegnung im Namen des Fußballs. Und dieser erweist sich als ein Spiel, das allen Freude bringt und als globale Sprache die Völker verbindet.
Der Film "The Other Final" ist die Geschichte einer Reise zu den Wurzeln des Fußballspiels. Kramer drehte in Montserrat, den Niederlanden und Bhutan. Er folgte den Vorbereitungen auf das Spiel bis zum Finale in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans vor 25.000 begeisterten Zuschauern über eine Zeitspanne von mehreren Monaten. Kramer dokumentierte die Erfahrungen der Mannschaften, der Organisatoren und der Menschen in den völlig unterschiedlichen Religionen und (Fußball-)Kulturen, die aber eines verbindet und an einem Nachmittag zusammenbringt: Die Liebe zum Fußball.
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