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Neuverfilmung von "Alice im Wunderland"
Tim Burtons farbenprächtiges 3D-Spektakel

Tim Burtons "Alice im Wunderland" kurz erklärt
Tim Burtons "Alice im Wunderland" kurz erklärt FOTO: Walt Disney Studios
Berlin (RPO). Der Stoff scheint wie gemacht für einen Regisseur wie Tim Burton. Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker "Alice im Wunderland" hat alle Zutaten, wie man sie auch aus Burtons Filmen "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Nightmare Before Christmas" kennt: jede Menge exzentrische Gestalten und verschrobene Außenseiter, bizarre Handlungsorte und eine schaurige bis alptraumhafte Handlung.

Burton nahm sich für seine Version von "Alice im Wunderland", der bereits 25. Verfilmung des 1865 erschienenen Romans, einige Freiheiten. In seiner Adaption ist es kein kleines Mädchen, sondern eine junge Frau (Mia Wasikowska), die während einer viktorianischen Gartenfeier dem weißen, mit einer Weste bekleideten Kaninchen in seinen Bau folgt und damit einem lästigen Heiratsantrag entflieht. Alice stürzt in das Erdloch und lässt die Welt der Erwachsenen samt aller gesellschaftlichen Erwartungen hinter sich.

In den bisherigen Verfilmungen sei es immer nur um ein kleines, passives Mädchen gegangen, das verschiedene Abenteuer bestehe und dabei auf merkwürdige Figuren treffe, sagte Burton in einem Interview. Gefehlt hätte ihm dabei der gewisse Tiefgang. "Wir haben nun versucht, die Ideen der Geschichten zu benutzen und damit etwas zu erschaffen, das sich zwar nicht buchstabengetreu an die literarische Vorlage hält, aber dennoch deren geistigen Kern bewahrt."

In der fremden, zauberhaften Gegenwelt, die Burton mit großem Aufwand und ausufernder Fantasie schuf, trifft Alice auf all die merkwürdigen Wesen, die sich Lewis Carroll ausdachte: den verrückten Hutmacher (Johnny Depp - mit exzentrischem Make-Up, großen Kulleraugen und Zahnlücke) und die dauergrinsende Katze, die nicht nur sprechen, sondern sich auch in Luft auflösen kann. Es gibt zudem die gnadenlos herrschende Herzkönigin (Helena Bonham Carter), auf deren kleinem Körper ein viel zu großer Kopf sitzt.

Diese böse Königin vom Thron zu stoßen und damit deren Terrorregime zu beenden, wird zu Alices ureigener Aufgabe. Burton legte sich für die epische Neuverfilmung von "Alice im Wunderland" mächtig ins Zeug. Sämtliche Rollen sind prominent besetzt, etwa mit "Little Britain"-Darsteller Matt Lucas als Zwillingsbrüderpaar Diedeldum und Diedeldei oder Anne Hathaway als Weißer Königin.

Vor allem aber zog Burton sämtliche technischen Register, um ein immer wieder überraschendes optisches Spektakel zu bieten und digitale Wesen wie die Tiere des Wunderlandes oder ein Heer aus Spielkarten zu erzeugen. Doch so fantasievoll Kostüme und Set auch kreiert wurden, so pixelgenau die wundersame Welt per Computer generiert wurde: Die versponnene Poesie und die schauerliche Atmosphäre der Romanvorlage vermochten Burton und sein Team nur bedingt erzeugen.

("Alice im Wunderland", Fantasy, Großbritannien/USA 2010, 116 Minuten, FSK: 16, Regie: Tim Burton; Darsteller: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Mia Wasikowska, Anne Hathaway, Matt Lucas u. a.)
Kinostart: 4. März 2010

(DDP/csr)
 
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