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knight and day fox kino panorama nur mit film 20100722
  Foto: Twentieth Century Fox
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Agenten-Liebeskomödie "Knight and Day": Tom Cruise als romantischer Agent

VON FRANK NOACK - zuletzt aktualisiert: 22.07.2010 - 08:31

(RP). In der actionreichen Liebeskomödie "Knight and Day" werden Tom Cruise und Cameron Diaz um den halben Erdball gejagt. Beide Schauspieler sehen in ihren Rollen um einiges jünger aus als sie in Wirklichkeit sind. Vielleicht schaut man ihnen deswegen so fasziniert bei der Arbeit zu.

Ein paar Falten um die Augen und die Mundwinkel, winzige Flecken auf der Haut: Das ist keine Schande, wenn ein Mann auf die 50 zugeht. Und dennoch sorgen solche Details bei Tom Cruise für Irritationen. Man wünscht ihm einen besseren Visagisten oder eine sorgfältigere Ausleuchtung. Dass man nach den ersten Minuten von "Knight and Day" auf solche Gedanken kommt und so streng über das Aussehen des Stars urteilt, liegt an der Rolle, für die Cruise zu alt ist. Der Geheimagent Roy Miller ist eine Teenie-Ausgabe von James Bond, ein frecher, unverschämter Junge, der ständig Vorschriften missachtet. Mit einem ähnlichen Problem kämpft Cameron Diaz, die auf die 40 zugeht. Eigentlich ist sie in Topform, genauso wie Tom Cruise. Aber auch sie ist zu alt für ihre Rolle. June Havers wird als unbedarftes Mädchen gezeichnet, das die Handlung so wenig versteht wie der Zuschauer und immer nur staunt. Vor allem staunt sie über sich selbst, etwa die kindliche Freude, mit der sie Bösewichter abknallt.

Romantische Actionkomödie

Der Film ist im weitesten Sinne eine romantische Actionkomödie und behandelt das Motiv "Mann und Frau auf der Flucht vor Geheimagenten", wobei der Mann hier selbst Geheimagent ist, bedroht von korrupten Kollegen, und bei der Frau besteht immerhin die Möglichkeit, dass ihre Ahnungslosigkeit nur gespielt ist.

Zum ersten Mal begegnen sich Roy und June auf dem Flughafen von Wichita, Kansas; sie stoßen zusammen, und als Zuschauer ahnt man, dass das kein Zufall ist. Irgendetwas wurde bei diesem Zusammenprall gestohlen oder zugesteckt. Sicher wieder einer jener Mikrochips, von denen die Rettung der Welt abhängt. In der Maschine, die Roy und June besteigen, befinden sich ausschließlich Profikiller, die Roy jedoch mit links aus dem Weg räumt, während June sich auf der Bordtoilette schminkt.

Notlandung im Maisfeld

Kaum ist das Paar in einem Maisfeld notgelandet, tauchen neue Killer auf. Mal auf der Autobahn in Brooklyn, mal im Zug nach Salzburg, dann beim Stierkampf in Sevilla. Da Roy sie wiederholt betäubt, weiß June nie, wie sie wohin gelangt ist. Der Mann besitzt sogar eine eigene Südseeinsel. Hier kommt der Film endlich einmal zur Ruhe und nimmt sich Zeit für seine Figuren, die bis dahin nur herumgehetzt werden.

Die Stars haben eine sympathische Ausstrahlung, die Chemie stimmt, nur die Erotik hält sich in Grenzen. Als June wissen möchte, wie sie in den knappen roten Bikini gelangt ist, und als sie dasselbe denkt wie der Zuschauer, nämlich dass Roy sich an ihrem nackten, bewusstlosen Körper sattgesehen hat, da erklärt er: "Ich bin ausgebildet worden, im Dunkeln mit einer Büroklammer eine Bombe zu entschärfen. Da fällt es mir nicht schwer, mit geschlossenen Augen einer Frau einen Bikini anzuziehen." Das hat gesessen! Zuerst der Missbrauchsverdacht und dann die Zurückweisung. Leider glaubt man Cruise, dass er beim Aus- und Anziehen nicht hingesehen hat. Wenn er und Diaz ein perfektes Paar sind, dann eher ein Geschwister- als ein Liebespaar.

Solide Action ohne viel Tiefgang

Unfreiwilligen Tiefgang erhält die Figur des Roy Miller dadurch, dass sie an Cruises Rolle aus "Collateral" erinnert. Da befand sich Jamie Foxx in derselben Lage wie Cameron Diaz hier, er wurde von Cruise herumgehetzt, beschützt und vielleicht doch nur benutzt; Cruise war richtig finster und ein Killer, und in "Knight and Day" gibt es Momente, in denen man ihm ähnliche Abgründe zutraut. Mitunter denkt man, er benutzt June als Köder, um an eine Geheimformel zu kommen.

Regisseur James Mangold schielt nicht nach dem Oscar, er schielt nach der Kasse. Das ist völlig legitim. Wenn auch mehr Tiefgang möglich gewesen wäre – bei James Bond gibt es ihn – , so ist der Film niemals dumm oder geschmacklos. Er basiert auf einem soliden Drehbuch, das, bedingt durch Junes wiederholte Betäubung, eine elliptische Erzählweise pflegt, und wird von zwei Stars getragen, denen man trotz der ihnen aufgezwungenen Jugendlichkeit gern zusieht.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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