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"Trash"
Schatzsucher auf der Müllkippe

"Trash" – Schatzsucher auf der Müllkippe
Rickson Tevez (rechts) als Raphael und Gabriel Weinstein als Ratte in einer Szene des Kinofilms "Trash". FOTO: dpa, sab
Düsseldorf. Stephen Daldrys Film "Trash" pendelt zwischen Brutalität und Wunderglauben. Von Johannes von der Gathen

Elend kann pittoresk sein. In Rio de Janeiro scheint selbst die schäbigste Favela zuweilen ein sonniger Abenteuerspielplatz zu sein. Auch die drei Freunde Raphael, Gardo und Rato, die auf einer riesigen Müllkippe arbeiten, scheinen trotz ihrer Armut noch jede Menge Spaß am Leben zu haben. Als der aufgeweckte Raphael eine Geldbörse mit brisantem Inhalt findet, werden alle drei bald von korrupten Polizisten gejagt. Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt.

Manchmal entsteht der Eindruck, als wäre der britische Regisseur Stephen Daldry ("Billy Elliot - I Will Dance", "Der Vorleser") in seinem neuen Film "Trash" der Faszination seines Drehorts erlegen. Ein wenig zu lebensfroh und heiter wirken die Elendsviertel schon, wenn man bedenkt, wie dreckig es den jungen Helden geht, die nicht nur vom Müll leben, sondern von Polizei und Justiz auch als menschlicher Abfall betrachtet werden. Auch der Soundtrack von Antonio Pinto verbreitet vor allem Samba-Stimmung. Aber Stephen Daldry gelingt es dank der fantastischen Ausstrahlung seiner jungen Hauptdarsteller Rickson Tevez, Eduardo Luis und Gabriel Weinstein, eine packende Geschichte zu erzählen, die davon handelt, wie man aus dem Dreck in ein besseres Leben kommen kann. Dabei spart der Regisseur die Brutalität des Slumlebens nicht aus, in einigen drastischen Szenen wird die Skrupellosigkeit der Polizei deutlich gezeigt. Aber dann dominiert doch wieder eine märchenhafte Stimmung, die stark an den Kinohit "Slumdog Millionär" erinnert.

(dpa)
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