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Kino-Kritik: "V wie Vendetta": Albernes Machwerk

zuletzt aktualisiert: 13.03.2006 - 08:03

Die Voraussetzungen waren eigentlich ideal: eine gute Geschichte, berühmte Drehbuch-Autoren und begabte Schauspieler. Doch entstanden ist ein Film, den niemand braucht. Die britisch-deutsche Koproduktion "V wie Vendetta" wird von den Machern als "kompromisslose Vision der Zukunft" gepriesen. Doch der "Politthriller" ist nur ein albernes Machwerk. 

Vorlage für "V wie Vendetta" ist der gleichnamige britische Comic-Roman, der in den 80er Jahren erschienen war. Dabei handelte es sich um eine kaum verhüllte Abrechnung mit der damaligen Regierungspolitik auf der Insel. "Was wir von Margaret Thatchers ultrakonservativer Regierung hielten, setzten wir in den faschistischen Polizeistaat um, der 'Vendetta' beherrscht", erklärt dazu David Lloyd, der zusammen mit Alan Moore die Comic-Serie um einen maskierten Mann mit dem Pseudonym "V" schuf.

Dieser geheimnisvolle "V" ist die größte Gefahr für den fiktiven totalitären Staat im Großbritannien der Zukunft, dem zeitlichen Schauplatz des Filmes. "V" pflegt bei seinen spektakulären Aktionen gegen die politisch Mächtigen eine eigentümliche Maske zu tragen. Das Gesicht dieser starren, porzellanartigen Maske ist Engländern bestens bekannt: Es zeigt die Züge des 1605 hingerichteten Verschwörers Guy Fawkes, an dessen gescheiterten Aufstand noch heute an jedem 5. November gedacht wird.

Die hübsche Evey, deren Eltern von dem Regime umgebracht wurden, wird herausfinden, wer sich hinter der Maske verbirgt. Denn "V" rettet das junge Mädchen aus einer bedrohlichen Situation, aber macht sie auch zur Mitwisserin seiner terroristischen Taten, die darin gipfeln sollen, an just einem 5. November das ehrwürdige, aber offenbar völlig in der Hand faschistischer Kräfte befindliche britische Parlament in die Luft zu sprengen.

Langweilige Bösewichte, absurder Held

Vielleicht könnte diese düstere, übrigens keineswegs sonderlich originelle Zukunftsvision ganz spannend sein, wenn auf der Leinwand weniger holzschnittartig agiert würde. Aber so sind die bösen Faschisten verschwitzte Sadisten oder hagere Fanatiker, jedenfalls ganz und gar uninteressante Typen. Und die sollen die älteste westliche Demokratie unter ihre Fuchtel gebracht haben? Ebenso absurd ist die Figur des Helden. Er macht High-Tech-Anschläge, liefert sich aber bei seinen Ausflügen aus dem komfortablen Versteck mit Vorliebe Messerduelle. Der Australier Hugo Weaving, sicherlich ein guter Schauspieler, wird nicht unfroh sein, meist hinter der Maske verborgen seine Arbeit zu verrichten.

Die zierliche Schönheit Natalie Portman läuft als Evey erst mit großen Augen und dann auch kahl geschoren durchs unglaubwürdige Geschehen. Die beste Rolle hat noch Stephen Rea als sympathischer Polizist Finch, der versucht, auch unter der totalitären Herrschaft anständig zu bleiben. John Hurt muss den diktatorischen Kanzler Sutler verkörpern, was sicher nicht als sein glücklichster Kinoauftritt in Erinnerung bleiben wird.

James McTeigue gibt in sein Regiedebüt nach einem Drehbuch der Brüder Andy und Larry Wachowski, die berühmt wurden mit ihrer "Matrix"-Trilogie. "V wie Vendetta" wird weniger Ruhm ernten, denn es ist ein Film, den wirklich niemand brauchte außer den Studios Babelsberg bei Berlin, in denen etliche Wochen lang gedreht wurde. Aber so ökonomisch wünschenswert die Auslastung der traditionsreichen Studios, wo die großen Ufa- und auch viele bekannte DEFA-Filme entstanden, auch sein mag: Es kommt immer auf das Resultat an. Und wen mag das in diesem Fall schon zu überzeugen?

Quelle: ap

 
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