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Komödie "Der Auftragslover": Vanessa Paradis und der Verführer mit Mission

VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 06.01.2011 - 12:10

(RP). Es ist eine skurrile, aber lukrative Tätigkeit, die der charmante Alex (Romain Duris) ausübt. Im Auftrag besorgter Eltern oder skeptischer Geschwister ist er immer dann zur Stelle, wenn die Töchter oder Schwestern an den falschen Mann geraten sind. Und sorgt mit viel Überredungskunst, Kussmund und gegen ein saftiges Honorar dafür, dass die Damen irgendwann ihre Freunde oder Verlobten in die Wüste schicken.

Während er am Ende des jeweiligen Auftrages noch etwas von eigener Bindungsunfähigkeit faselt und sich dann aus dem Staub macht. Wie gesagt, ein lohnendes Geschäftsmodell, das Alex zusammen mit seiner Schwester (Julie Ferrier) und seinem Schwager (François Damiens) ins Leben gerufen hat. Der technische Aufwand, den die drei dabei betreiben, sieht mitunter so aus, als würde die "Kobra-übernehmen-Sie"-Crew ihre aktionsreichen Geheimintrigen spinnen.

Doch an seinem jüngsten Projekt scheint sich das Trio die Zähne auszubeißen. Juliette (Vanessa Paradis), Tochter eines reichen Blumengroßhändlers, will sich zum Verdruss ihres Vaters partout nicht davon abbringen lassen, in wenigen Tagen den Briten Jonathan (Andrew Lincoln) zu heiraten. Alle Tricks und Kniffe, die Alex und Co. bislang immer so effektiv in die Waagschale warfen, prallen an der schönen wie selbstbewussten Widerspenstigen ab. Außerdem entwickelt Alex diesmal wirklich Gefühle für die Zielperson.

Zugegeben, der Titel des Films klingt nicht gerade vielversprechend, und es ist auch nicht so, dass Kinodebütant Pascal Chaumeil, der bislang als Werbefilmer seine Brötchen verdiente, hier das Rad neu erfunden hat. Aber sein Film macht Laune, weil Chaumeil die auf den ersten Blick absurd erscheinende Geschichte vergnüglich erzählt, mit viel Esprit, Ironie und Ideenreichtum. Mit Anleihen an bekannte Actionfilme hat er die Aktionen seines Trennungs-Teams inszeniert, und bisweilen bewegt sich Romain Duris lässig wie der Geheimagent ihrer Majestät durch die Szenerie.

Aber es sind vor allem Julie Ferrier und François Damiens, die hier für Wortwitz und Situationskomik sorgen. Sei es, weil sie sich als zänkisches Ehepaar wie Hund und Katz kabbeln oder in verschiedenen Verkleidungen dem Gigolo zuarbeiten.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Quelle: RP

 
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