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"Battleship" mit Rihanna im Kino
Wasserschlacht mit Außerirdischen
"Battleship" - Rihanna, Aliens, Geballer
"Battleship" - Rihanna, Aliens, Geballer FOTO: UPI
Düsseldorf. In dem Action-Kriegsabenteuer "Battleship" müssen sich tapfere Marinesoldaten gegen hochgerüstete Aliens zur Wehr setzen. Dabei eilen ihnen Veteranen zu Hilfe, die trotz ihrer Kriegsverletzungen in der finalen Schlacht ihre alte Stärke wiederfinden. Ein Actiondrama mit Symbolcharakter. Ihr Schauspieldebüt in dem Film gibt Rihanna. Von Thomas Klingenmaier

Der langhaarige Alex ist ein Partytier ohne rechten Alltag. Zu Beginn von "Battleship" erleben wir Taylor Kitsch in voller Aktion, als er eine hübsche Blondine beeindrucken will. Die Balz endet damit, dass die Polizei ihn zur Ruhe bringen muss. Daraufhin verordnet ihm sein Bruder, ein Marineoffizier, eine neue Art Alltag: Alex soll sich zur Navy melden, damit endlich Sinn und Form in sein Leben kommen.

Nun noch ein Zeitsprung, schon reißt uns "Battleship" hinein ins Jungoffiziersleben von Alex. Er ist noch immer etwas unkonventionell, aber inzwischen auf fast manische Weise durchsetzungsbewusst.

Die Blondine von damals, Samantha (Brooklyn Decker), ist jetzt seine Freundin und obendrein die Tochter des Flottenadmirals (Liam Neeson). Auch wenn Alex das Problem hat, wie er da um die Hand von Samantha anhalten soll, darf man die Liebe doch auf der Habenseite des Lebens bei der Navy verbuchen.

"Battleship" wirkt anfangs wie ein Rekrutierungsvideo für die Marine, die jungen Männern offenbar Spaß, Spiel, Spannung bieten kann. In diesem Spektakel, das auf einer Variation des Klassikers "Schiffe versenken" durch den Spielehersteller Hasbro zurückgeht, werden rund um den symbolträchtigen Hafen von Pearl Harbor bald von irdischen Funksignalen angelockte Raumschiffe wassern.

Warum zur überlichtschnellen Reise zwischen Sonnensystemen fähige Aliens sich mit ihrer furiosen Technologie auf altmodisches Kanonenbootgehabe einlassen, warum sie überhaupt so handeln, wie sie handeln, sollte man lieber nicht fragen. "Battleship" will in keiner Sekunde logischer sein als die Spielzeug-Begleitfilme der "Transformers"-Reihe.

Aber auch wenn bei der US-Navy, bei ihren zum Flottenmanöver angereisten japanischen Partnern und bei den Aliens alsbald die Schiffsgeschütze glühen und Alex beweisen darf, dass er noch da Hussa-Attacke-und-drauf-Gelüste verspürt, wo andere schon gelähmt vor Angst sind, sollte man "Battleship" nicht unterschätzen. Er ist nicht einfach die Schiffsvariante von "Top Gun", auch wenn dieser Kinohit von 1986 deutlich zu seinen Vorbildern zählt.

Erstaunlich konsequent fängt das von Peter Berg ("Hancock") inszenierte "Battleship" Verunsicherungen, Zweifel und Störmeldungen aus der Realität ab. Auch einem jungen, an Militärszenarien in Computerspielen gewöhntes Publikum dürfte hie und da der mulmige Gedanke an die Veteranen und Invaliden kommen, die aus Afghanistan und dem Irak zurückkehren und zuhause in ein großes Loch fallen.

Darum begleitet der Zuschauer, kaum ist Alex als Offizier vorgestellt worden, seine Samantha bei ihrer Arbeit als Therapeutin. Wir sehen entschlossene Kriegsversehrte, die in Krafträumen trainieren, die sich konzentriert wiederaufrüsten, die nach wie vor in die große Familie der Truppe eingebettet sind, ja, die so wirken, als hätten sie zerbrechliche zivile Körperteile durch besser funktionierende militärische Varianten aus Metall ersetzt bekommen.

Nur einer dieser Invaliden hadert mit seinem Schicksal, seiner beidseitigen Beinprothese. Ausgerechnet mit ihm wird sich Sam auf Wanderung in den Bergen befinden, als die Aliens landen. Der Verbitterte wird zurück zu Mut, Stärke und seiner Rolle im großen Ganzen finden. Man muss das nicht mögen, aber es ist geschickt gemacht.

Amerika wird in "Battleship" aber noch zu einer ganz anderen Versöhnung geführt. Nach etlichen Gefechtsrunden sind die Schiffe der Menschen versenkt, doch Alex und ein paar Überlebende seines Potts steuern zum Museumsschiff Missouri. Dieses Relikt des Zweiten Weltkriegs wollen sie mobilisieren. Als sie erkennen, dass sie mit Dampfturbinen gar nicht umgehen können, tauchen hochbetagte Veteranen auf, wettergegerbt und narbenstolz.

Die Alten ziehen mit den Jungen in die Schlacht. Der Popcorn-Rabatz "Battleship" schließt die USA von heute mit den USA von damals kurz: "Wir sind immer noch das gleiche Land, das Deutschland und Japan besiegt hat", lautet die Botschaft. Das lässt ahnen, für wie verunsichert Hollywood die Jugend des Landes mittlerweile hält. lll

Quelle: RP/csr/pst
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