Werners vierter Film "Gekotzt wird später"
zuletzt aktualisiert: 14.07.2003 - 09:47Frankfurt/Main (rpo). Der vierte "Werner"-Film ist ein Road Movie. Zum ersten Mal kommt kein einziges Motorrad vor. Werner, Andi und Eckat machen sich mit einem "Ami-Schlitten" auf nach Süden. Sie wollen auf Korsika "Flappköpper machen" (Kopfsprung in flaches Wasser).
"Gekotzt wird später" heißt das Motto des neuen Abenteuers der anarchischen schleswig-holsteinischen Chaoten, das am 17. Juli 2003 in die Kinos kommt. Wie immer hat "Werner"-Erfinder Rötger "Brösel" Feldmann die Idee zu seiner Geschichte aus dem eigenen Leben genommen, diesmal sogar ganze Abläufe: 1986 fuhr der damals 36-jährige Zeichner mit Bruder Andi und Freunden in einem Oldsmobile Regency, Baujahr 1975, los. Sie vertrieben sich die Zeit mit Würfeln und Kartenspielen. Irgendwann kamen sie auf die Idee zum "König-Spiel". Der Gewinner durfte uneingeschränkt über die anderen befehlen.
Im Film würfeln Werner, Andi und Eckat zu Hause. Werner gewinnt, er und sein erster Befehl lautet: "Der König will Urlaub machen." Eckat, der seinen Meister Röhrich nicht im Stich lassen mag, muss mit Bier abgefüllt werden, damit er in den alten Ford Taunus einsteigt. Das Auto hält allerdings nicht lange durch. Ein wahrhaft königliches Gefährt findet sich am Straßenrand. Es dauert nicht lange, und der gut bekannte VW-Polizeibus ist den Autodieben auf der Spur. Der geklaute Schlitten ist aber bald nicht mehr wiederzuerkennen: Werner und Andi haben ihn tiefer gelegt, das Dach gechoppt und eine Kühlerfigur mit höhnisch grinsender Fratze angebaut.
Unterdessen weiß sich Meister Röhrich zu helfen: Sein alter Freund und Nachbar Erich Hüpenbecker springt für Eckat ein und soll bei der Grundsanierung eines Flensburger Friesenhauses helfen. Am Ende liegt alles in Trümmern. So geht das ja immer aus mit dem Klempnermeister, dessen Unternehmungslust nicht von noch so vielen Niederlagen zu bremsen ist.
Biertrinken und Sich-Übergeben
Überhaupt hat das vierte Abenteuer norddeutschen Flachköppe wenig Neues und viel Altbekanntes zu bieten. Das Witzigste passiert am Anfang, auch wenn dies ebenfalls ein Zitat aus dem ersten "Werner"-Film ist: Ein Fußball fliegt von Zelt zu Zelt in einer französischen Campinganlage und richtet überall Chaos an. Die lustigen Ballkontakte kommentiert abermals Werner im Reporter-Stil: "Der Ball fliegt voll auf die Latte von Bodo Spanner." In den Szenen treten die vielfältigsten Karikaturen von Camper-Typen auf, mit Liebe zum Detail gezeichnet und Dialekt-Witz ausgestattet.
Der beste neue Einfall ist eine Episode in einer bayerischen Klosterbrauerei, wo die drei Urlauber zusammen mit einer japanischen Touristengruppe eine Führung machen. Eckat, der die Reise im dauernden Wechsel von Biertrinken und Sich-Übergeben zubringt, "reihert" natürlich auch in den Braukessel, was die Japaner als lokale Sitte interpretieren und einer nach dem anderen nachmachen.
Im Übrigen verläuft die Urlaubsfahrt relativ ereignisarm. Für Werner, Andi und Eckart bildet ein Flaschenspiel einen Höhepunkt: Auf sieben Bierflaschen mit Bügeln "schnillzen" sie die hängenden Porzellanverschlüsse auf die Flaschenhälse. Wer am besten trifft, gewinnt. Für Zuschauer ist das allerdings nur mäßig spannend.
Als Über-Gag ist Otto Sander zu hören, der mit sonorer Erzählerstimme aus dem Off über den Herrschaftswandel von "Eckat dem Ersten" über "Andi dem Albernen" bis "Werner dem Weisen" berichtet. Witziger sind die Stimmen von Heinz Schenk als Oma oder Lilo Wanders als Frau Glör.
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