Kate Hudson in einer romantischen Komödie: "Wie werde ich ihn los in zehn Tagen" - eine romantische Komödie
zuletzt aktualisiert: 14.04.2003 - 14:02Frankfurt/Main (rpo). Kate Hudson spielt die junge Journalistin Andie, die zehn Tage Zeit hat, einen Mann anzulocken und zu vergraulen. Um ihre Karriere voran zu treiben, will Andie einen Artikel über "Wie werde ich ihn los in zehn Tagen" schreiben. Der Werbefachmann Ben muss in der romantischen Komödie einige Strapazen über sich ergehen lassen.
So bekommt auch der Werbefachmann Ben 10 Tage Zeit, um eine Frau zu erobern. Wenn er die Wette gewinnt, ergattert er einen lukrativen Auftrag. Verräterische geschäftliche Konkurrenz treibt ihn dabei geradewegs in Andies Fänge. So weit, so abstrus, und der Zuschauer wird gewiss keine Wetten darüber abschließen, wie diese doppelt gemoppelte Komödie ausgeht - denn sonst wäre es ja keine Komödie.
Richtig öde ist aber nur das sich lang hinziehende gegenseitige öffentliche Entlarven, Bezichtigen und Versöhnen. Bis dahin aber darf Andie ihrem Verführer in spe nach Herzenslust und ungestraft auf den Nerven herumtrampeln. Das niedliche Biest mit dem süßen Lächeln wird dabei zumindest weibliche Teenager oft zum Giggeln bringen. Ihre männlichen Begleiter werden eher mit dem Kopf auf die Lehne des Vordermannes schlagen, sofern sie nicht dieselbe Wette wie Ben eingegangen sind.
Ben jedenfalls bekommt einen stillen Schreikrampf, als er in seinem Spiegelschrank Tampons entdeckt, die Andie dort deponiert hat. Gekonnt tappt sie in alle Beziehungs-Fettnäpfchen: klammert, zickt, flennt und spielt die Beleidigte. Mal geht sie ran wie Blücher, mal flötet sie Ben in Babysprache an und nennt sein bestes Stück "Prinzessin Sophie". In einer der witzigsten Szenen schleppt die vermeintliche Neurotikerin mit der Twiggy-Figur ihn in ein vegetarisches Restaurant und verkündet mit lauter, weinerlicher Stimme, dass er sie zu dick finde, was Ben den tödlichen Blicken der feministischen Restaurantgäste aussetzt.
Zu viele Scherze haben einen zu langen Bart
Doch Regisseur Donald Petrie, der bereits Familientaugliches wie "Richie Rich" und "Miss Undercover" gedreht hat, traut sich nicht, mehr als nur neckischen Unfug zu zeigen. Trotz mancher atmosphärischer Anleihe bei der Fernsehserie "Sex and the City" - wie deren Heldin arbeitet auch Andie bei einem todschicken Frauenmagazin - will diese prüde Komödie harm- und anspruchslos bleiben.
Das ginge ja in Ordnung, wenn nicht zu viele Scherze einen zu langen Bart hätten. Wenn aber Andie mit selbstgekochtem Mitbringsel und dämlichen Bemerkungen Bens Pokerrunde sprengt, kupfert das Drehbuch schlicht die weit spritzigere Szene aus "Ein seltsames Paar" ab, in der Jack Lemmon Walter Matthau mit derselben hausfraulichen Hysterie attackierte (Petrie führte die zwei übrigens in "Grumpy Old Men" 1993 erneut zusammen).
Allzu schwer lastet auf dem Geschehen zudem die Prämisse, die smarten Lügner nicht als die eiskalten Unsympathen erscheinen zu lassen, die sie eigentlich sind. Diese beiden karrierebewussten New Yorker sollen laut Drehbuch ihren Egoismus herunterschlucken und pünktlich nach 10 Tagen in Hingabe ausbrechen?
Kate Hudson ist als Tochter von Goldie Hawn so süß wie Zuckerwatte - also zu süß, um genießbar zu sein. Dass sie statt über Strähnchenfärben Artikel über die politischen Verwerfungen Tadschikistans schreiben will, ist ein Blondinenwitz. Ihr Opfer, Matthew McConaughey, stellt bei Andies mutwilligem Zickenterror meist die Ohren auf Durchzug und verlegt sich auf den stoischen Gesichtsausdruck eines Mannes, der tut, was getan werden muss.
Das gegenseitige Herumkriegen spielt sich zwar auch hier pünktlich vorm Countdown der Geständnisse ab, doch dass sich Sex und Berechnung dabei wundersam in wahre, echte Liebe verwandelt, ist diesmal noch unwahrscheinlicher als sonst in Hollywoods Wett- und Bett-Komödien.
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