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Trotz Missbrauchsvorwüfen
Kinski behält seinen Stern auf dem "Boulevard der Stars"

Schwere Vorwürfe gegen Klaus Kinski
Schwere Vorwürfe gegen Klaus Kinski FOTO: dpa, Rowan
Berlin. Der Schauspieler Klaus Kinski wird trotz der Missbrauchsvorwürfe seiner Tochter auch künftig mit einem Stern auf dem "Boulevard der Stars" am Potsdamer Platz geehrt.

"Die Beurteilung der menschlichen Qualitäten der Protagonisten auf dem 'Boulevard der Stars' muss anderen Instanzen vorbehalten bleiben", teilte die Jury am Montag mit. Gleichzeitig machten die fünf Mitglieder des Gremiums ihre Bestürzung über die Vorwürfe deutlich. "Pola Kinski gilt unser Mitgefühl und unser Respekt", hieß es weiter.

Kinski werde für seine großen Leistungen als Schauspieler geehrt. Als die Jury im April 2011 die Entscheidung getroffen habe, dem 1991 verstorbenen Schauspieler einen Ehrenstern zu widmen, seien die Vorwürfe noch nicht bekannt gewesen. Die Jury sei sich der Verantwortung für ihre Entscheidungen, aber auch der Grenzen ihrer Urteilsmöglichkeiten bewusst: "Eine - manchmal durchaus bittere - Wahrheit haben wir nie vergessen: Große Künstler sind nicht automatisch auch gute Bürger und gute Menschen."

Geschwister distanzieren sich von ihrem Vater

Die 60-jährige Pola Kinski hatte in einem "Stern"-Interview gesagt, ihr Vater habe sich von ihrem 5. bis zu ihrem 19. Lebensjahr an ihr vergangen. Auch ihre Halbschwester, die Schauspielerin Nastassja Kinski, erhob zuletzt schwere Vorwürfe gegen ihren Vater. Er habe sie zwar nicht vergewaltigt, sie aber oft "ganz eng an sich gedrückt, so dass ich dachte, ich könnte nicht herauskommen".

Am Montag äußerte sich auch Kinskis Sohn, der Schauspieler Nikolai Kinski, erstmals zu den Missbrauchsvorwürfen. "Ich habe nun endlich und in jeder Hinsicht viel zu spät vom schrecklichen Schicksal meiner Schwester Pola erfahren", schrieb der 36-Jährige in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung. Er sei zutiefst schockiert. Er habe seinen Vater zwar nie so erlebt. Dennoch schäme er sich für ihn. "Und ich möchte Pola meine absolute Unterstützung aussprechen", fügte er hinzu.

(APD/felt)
 
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