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Ein bisschen wie "Planet der Affen"
"Underdog" – wenn Hunde eine Stadt übernehmen

Kornel Mundruczo mit Underdog im Kino – mehr als der Planet der Affen
Lili (Zsofia Psotta) steht Hagen gegenüber. FOTO: Youtube/Underdog
Budapest. In "Underdog" inszeniert Regisseur Kornel Mundruczo eine Welt, in der Hunde genug haben von den Qualen, die sie erleiden müssen, und den Aufstand proben. Budapest ist der Schauplatz des Films, der bereits bei den Filmfestspielen in Cannes im vergangenen Jahr lief.

Ein bisschen erinnern die Bilder im Film an Alfred Hitchcocks "Die Vögel", "I Am Legend" mit Will Smith oder die Anfänge von "Planet der Affen". Die gequälten Hunde proben den Aufstand, und es gelingt ihnen, sich aus ihren Zwingern zu befreien und die Menschen so sehr in Angst und Schrecken zu versetzen, dass sie anschließend fast alleine in der Stadt leben.

Ganz allein sind sie allerdings nicht, denn es gibt noch Lili, die von Zsofia Psotta gespielt wird. Die würde ihren Hund Hagen gerne behalten, doch da ihre Mutter Ungarn verlässt und das Mädchen zu ihrem Vater muss, dessen Nachbarin aber ein Problem mit dem Tier hat, muss der Hund die Familie verlassen. Zuvor hatte die ungarische Regierung bereits eine Steuer auf Mischlingshunde eingeführt, weshalb Hagen auf Tausende andere ausgesetzte Hunde trifft – und gemeinsam mit ihnen den Aufstand probt.

Ein bisschen erinnert das an "Planet der Affen", nur dass die Hunde glücklicherweise nicht zu sprechen beginnen. Dafür aber fallen die von Hagen angeführten Hunde über die Stadt her, nachdem sie sich aus ihren Zwingern, in die sie gesperrt wurden, befreien konnten. Die Menschen versetzen die wild durch die Straßen rennenden Mischlinge in Panik. "Das sind Bestien", heißt es unter anderem im Film. "Die werden euch zerfleischen." Kurz darauf sind die Straßen menschenleer.

Mehr noch als ein oberflächlicher Vergleich mit Filmen wie "Planet der Affen", "I Am Legend" oder "Die Vögel" soll der Film, der im vergangenen Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes lief, auf die Probleme mit Straßenhunden aufmerksam machen und eine Parabel auf die politische Situation in Ungarn sein. Regisseur Kornel Mundruczo bringt die Unzufriedenheit und den Widerstand der Unterdrückten zum Ausdruck – und das auf eine sehr beeindruckende Art und Weise. Im Original heißt der Film "White God – Feher isten".

Hier geht es direkt zum Trailer.

(spol)
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