Filmstart am 9. März: Kretschmann: "Kannibalen"-Rolle war Herausforderung
zuletzt aktualisiert: 15.01.2006 - 11:33München (rpo). Schauspieler Thomas Kretschmann (43) sieht seine Rolle als "Kannibale von Rotenburg" in dem US-Film "Rohtenburg" als berufliche Bereicherung. Seine von dem realen Kriminalfall inspirierte Figur sei eine Herausforderung für ihn als Schauspieler gewesen, sagte Kretschmann der Nachrichtenagentur ddp. "Das bin ja nicht ich, ich spiele eine Figur."
Insbesondere habe ihn der Kontrast gereizt, hintereinander einen Mörder und den Papst für den US-Fernsehfilm "Habt keine Angst" zu mimen, der in diesem Jahr in der ARD ausgestrahlt werden soll. "Unterschiedlicher kann es ja nicht sein", sagte Kretschmann. Am liebsten würde er stets das Gegenteil von dem spielen, was er gerade gedreht habe.
Als Schauspieler sei es für ihn "interessant und aufregend zu sehen, was ich alles machen kann". Er fügte hinzu: "Ich finde, ich muss mich zur Figur hinbewegen und nicht die Figur zu mir, ich möchte so wenig wie möglich von mir selbst darin sehen, und dazu sind natürlich solche extremen Figuren ganz toll."
Von dem "Kannibalen von Rotenburg" habe er bis zum Rollenangebot nichts gewusst, betonte Kretschmann. Dann habe er sich die Rolle angesehen "und überlegt, ob ich damit ein Problem habe, das zu machen oder nicht."
Die größere schauspielerische Herausforderung sei es für ihn jedoch "eindeutig" gewesen, den verstorbenen Papst Johannes Paul II. zu spielen. Nicht nur habe er hier eine weltweit bekannte Persönlichkeit im Alter von 20 bis 84 Jahren verkörpert. Dem Papst seien die Menschen auch "zu Respekt verpflichtet", sagte Kretschmann. Das gelte nicht für die Figur des Mörders Hartwin.
Der US-Film "Rohtenburg" lehnt sich an den Fall des zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilten Armin Meiwes an, der im März 2001 seinem Opfer auf eigenen Wunsch zunächst den Penis abschnitt und ihn später tötete, um anschließend die Leichenteile zu verzehren. "Rohtenburg" soll am 9. März in die deutschen Kinos kommen. Meiwes steht derzeit erneut wegen der Tat in Frankfurt am Main vor Gericht. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt. Parallel klagt Meiwes gegen die von der Senator Entertainment als "Real-Horrorfilm" angekündigte Produktion.
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