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"Central Intelligence"
Laurel und Hardy mit Muskeln

"Central Intelligence" lebt vom Spiel der beiden ungleichen Hauptdarsteller. Von Johannes von der Gathen

Das ungleiche Pärchen, auf englisch "odd couple", ist immer noch unschlagbar. Angefangen bei Stan Laurel und Oliver Hardy über die ewigen Streithähne Walter Matthau und Jack Lemmon erweist sich das schräge Duo bis heute als eine Komödien-Konstellation, die nicht aus der Mode zu kommen scheint.

Jetzt schickt Regisseur Rawson Marshall Thurber ("Wir sind die Millers") in der quirligen Spionage-Komödie "Central Intelligence" den Ex-Wrestler Dwayne "The Rock" Johnson mit dem schmächtigen, vorlauten Comedian Kevin Hart in den Ring. Und die nicht nur aufgrund ihrer Körpergröße ungleichen Protagonisten spielen sich die Bälle gekonnt zu. Die meisten Gags zünden, der hanebüchene Plot um den gestohlenen Code der US-Raketenabwehr bleibt Nebensache.

Die Story beginnt 1996 an der High School. Da ist Calvin der Jahrgangsbeste, während Bob als moppeliges Dickerchen zum Gespött der Mitschüler wird. 20 Jahre später hat sich der belächelte Außenseiter Bob (Dwayne Johnson) in einen muskulösen CIA-Agenten verwandelt, während Calvin (Kevin Hart) als biederer Buchhalter ein wenig auf der Stelle tritt - sehr zum Leidwesen seiner Jugendliebe und Ehefrau Maggie (Danielle Nicolet).

Jetzt benötigt der herzensgute, aber etwas tumbe Muskelberg Bob das Computerwissen von Calvin und zieht das Weichei in eine haarsträubende Spionage-Geschichte hinein, inklusive knallharter Geheimdienst-Chefin (Amy Ryan) und finsterem Bösewicht (Aaron Paul). Aber im Grunde geht es um die verbalen Scharmützel zwischen Bob und Calvin. Und die sind gespickt mit Seitenhieben auf Social-Media-Phänomene wie Instagram oder Snapchat. Diverse Blockbuster wie "Twilight" oder auch der Vorzeigestar Will Smith bekommen politisch durchaus unkorrekt ihr Fett ab. Und daneben erzählt der Film altmodisch und ohne Effekthascherei die uramerikanische Geschichte vom gelungenen Leben: Du selbst bist der Star in deinem Film.

In einer Szene spielt das Muskelpaket Bob für das gestresste Großmaul Calvin den Psycho-Doc. Nach einigem Hin und Her wiegt der sanfte Riese seinen Schützling wie ein schutzbedürftiges Baby in den Armen. Männer können so süß sein.

Bis zum erwartbaren Happy End macht das blendend aufgelegte Duo einen guten Job, und raffiniert lässt uns das Drehbuch im Unklaren, ob Bob wirklich ein Guter ist oder doch von der dunklen Seite der Macht kommt. Eine Fortsetzung jedenfalls ist mehr als wahrscheinlich.

Central Intelligence, USA 2016, Regie: Rawson Marshall Thurber, mit Kevin Hart, Dwayne Johnson, 107 Min.

Quelle: RP
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