Nach Film-Kritik: Levy verteidigt seine Hitler-Komödie
zuletzt aktualisiert: 21.01.2007 - 13:05Berlin (RPO). Regisseur Dani Levy hat seine Hitler-Komödie "Mein Führer" vehement gegen die Meinung der Filmkritiker verteidigt. Der Filmemacher warf den Kritikern vor, den Zuschauern die Lust am Selberschauen zu nehmen.
"Der Film, wie er in der Kritik dargestellt wurde, und der Film, der in den Kinos läuft, sind zwei verschiedene Filme", schreibt Levy in einem Beitrag für die "Welt am Sonntag". Die Kritiker würden die Zuschauer um eine "ehrliche und liebevolle Kontroverse" betrügen. "Das finde ich - bei aller Liebe zur Kritik - fatal", schreibt Levy.
"Bei diesem Thema scheint also zu gelten: im Zweifel gegen den Film", wirft Levy seinen Kritikern vor. An das Publikum gerichtet schreibt er: "Verschiedene Kritiker haben netterweise die Lacher - in der Pressevorführung wohlgemerkt oder vielleicht zu Hause alleine vor dem Fernseher - für Sie gezählt. Um zu sagen, der Film sei nicht lustig." Er könne sein Publikum nur auffordern, sich vom Gegenteil zu überzeugen.
Levy verteidigt seinen Ansatz, Hitler als Menschen zu zeigen. "Ich habe es gewagt, aus dem sicheren Schatten der Dämonisierung und Verteufelung dieser Figur hinauszutreten und ihn ins grelle Scheinwerferlicht zu stellen", schreibt er. Er könne und wolle den Nationalsozialismus "nur als ein menschliches Problem", "ein psychologisches Desaster der Zeit" und die "schlimmstmögliche Entgleisung einer unempathischen Gesellschaft" beschreiben. Dass er dafür als "menschelnder Moralist" verhöhnt werde, nehme er gerne in Kauf.
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