Deutscher Filmpreis: Lola soll zum Oscar werden
zuletzt aktualisiert: 03.05.2007 - 15:01Frankfurt/Main (RPO). Vor der Gala des Deutschen Filmpreises am Freitag gibt es Streit um die Vergabe der Lola. Der Preis werde in einem "Massenabstimmungsverfahren vergeben, das es künstlerisch innovativen Filmen extrem schwer macht", sagte Regisseur Hans Weingartner der "Zeit". Die Akademie wies die Vorwürfe zurück.
Günter Rohrbach, der Präsident der Deutschen Filmakademie, hat die Vergabe der Lolas durch die Mitglieder der Akademie verteidigt. "Der Preis hat eben den unvergleichlichen Vorteil, dass er von den Leuten, die Kino machen, selber vergeben wird", sagte Rohrbach der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Das macht den Preis wichtiger, als wenn man weiß, der ist irgendwie austariert worden von ein paar freundlichen Menschen, die bemüht waren, niemandem weh zu tun."
Die Regisseure Hans Weingartner, Fatih Akin und Andres Veiel hatten die Vergabemethode für den Deutschen Filmpreis scharf kritisiert. Weingartner schlug in der "Zeit" vor, der Akademie die Preismillionen zu entziehen und plädierte für "die Lola als populärer Filmpreis nach dem Vorbild der Oscars". Es solle ein Förderpreis für den künstlerisch oder thematisch innovativen Film werden.
Fatih Akin ("Gegen die Wand") sagte, viele der einzeln und ohne Diskussion abstimmenden Mitglieder sichteten die Filme zu Hause auf zugeschickten DVDs. Er glaube nicht, "dass jedes Mitglied aus der Akademie alle Filme aus der 'Kiste' qualifiziert genug bewerten kann. Beim besten Willen nicht."
Andres Veiel ("Der Kick") kritisierte zudem, die Deutsche Filmakademie habe als Vertretung der Filmbranche versagt. Sie habe die wichtigen filmpolitischen Debatten verpasst und es nicht geschafft, sich jenseits der Vergabe der Lolas zu positionieren.
Akademie-Präsident Rohrbach sagte dagegen, es gebe in Deutschland "eigentlich nur Ränder" und "kaum Mainstream". Unter den Filmen eines Jahres seien weniger als zehn Prozent Mainstream, "der Rest sind Filme, die meist mit geringen Budgets gemacht sind und von denen viele einen künstlerischen Ehrgeiz haben".
Der mit insgesamt fast drei Millionen Euro dotierte Deutsche Filmpreis wird am Freitag bei einer Gala in Berlin verliehen. Seit 2005 werden die Lolas von der damals neu gegründeten Deutschen Filmakademie vergeben, die inzwischen rund 800 Mitglieder hat.
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