Dreharbeiten beginnen in Potsdam-Babelsberg: "Matrix"-Regisseure produzieren neuen Action-Thriller
zuletzt aktualisiert: 04.03.2005 - 14:54Potsdam (rpo). "V for Vendetta" heißt der neue Action-Film von den "Matrix"-Regisseuren, der auf dem traditionreichen Filmgelände in Potsdam gedreht wird. Es ist die erste internationale Großproduktion unter den neuen Eigentümern von Studio Babelsberg. In den Hauptrollen spielen Natalie Portman und James Purefoy.
Produzenten der deutsch-britischen Koproduktion sind die führenden Köpfe der erfolgreichen Science-Fiction-Trilogie "Matrix": Joel Silver und die Brüder Andy und Larry Wachowski, die bei "Matrix" Regie führten. Für James McTeigue ist es sein Regie-Debüt. Er war Regie-Assistent bei "Matrix" und "Star Wars". Schon Anfang November soll der Film in die Kinos kommen. Darin geht es um die Befreiung Großbritanniens von einem fiktiven totalitären Regime. Joel Silver ("Lethal Weapon") sagte, der Film spiele in der Zukunft und thematisiere den Sturz einer diktatorischen Regierung durch die Bevölkerung. Vorlage für "V for Vendetta" war der gleichnamige Comic-Roman des Briten Alan Moore.
Natalie Portman sagte am Freitag in Potsdam: "Meine Rolle zeigt, dass eine Regierung sich vor dem Volk fürchten muss und nicht das Volk vor der Regierung." Sie spielt eine junge Frau, die von einem geheimnisvollen, stets mit Maske auftretenden und nur "V" genannten Mann für den Kampf gegen das totalitäres Regime geworben wird. Portman spielt eine kahlköpfige Frau. Sie sagte: "Die größte Herausforderung für mich ist die große Wandlung von einer zunächst passiven Frau, die dann sehr aktiv eingreift."
Für Purefoy, der den Maskierten darstellt, ist es die erste große Hauptrolle. "Allerdings wird man im ganzen Film nicht mein Gesicht sehen", erklärte er lachend. Deshalb komme es umso stärker auf seine Stimme an. Er habe sich intensiv auf die Rolle vorbereitet und in vielen Stunden vor dem Spiegel die Wirkung der Maske bei Licht und Schatten probiert. "Es ist ein sehr isolierendes Gefühl", sagte er.
Produzent Silver zufolge sollen für den "Vendetta"-Film zehn bis zwölf Wochen in Potsdam und Berlin sowie zwei Wochen in London gedreht werden. Vor allem ökonomische Gründe in Verbindung mit den guten Produktionsbedingungen hätten den Ausschlag für das deutsche Studio gegeben. "Das ist sehr effektiv in Babelsberg, ich würde wiederkommen", sagte er. Das Filmboard Berlin-Brandenburg fördert die Produktion mit 650.000 Euro. Eine Summe der Produktionskosten wollte Silver nicht nennen. "Es ist aber kein Low-Budget-Film", erklärte er.
Das Studio Babelsberg, ehemaliges Ufa- und DEFA-Gelände, auf dem bereits Marlene Dietrich gedreht hatte, war im Juli 2004 vom französischen Vivendi-Konzern für einen Euro an die zuvor in der Filmbranche weitgehend unbekannten deutschen Investoren Carl Woebcken und Christoph Fisser verkauft worden.
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