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Roadmovie "Friendship!": Matthias Schweighöfer als Ossi in den USA

VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 15:31

Düsseldorf (RP). Wenn zwei Jungs aus der DDR kurz nach dem Mauerfall in die USA reisen, darf man auf Kulturschocks gefasst sein. Wie witzig das sein kann, zeigt der charmante Film "Friendship!" mit Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke in den Hauptrollen.

Zu dumm, aber das Begrüßungsgeld kurz nach dem Mauerfall reicht leider nur für ein Flugticket nach New York. So stehen die jungen DDR-Kumpels Veit (Friedrich Mücke) und Tom (Matthias Schweighöfer) bald ziemlich verloren in den Straßenschluchten von Manhattan herum. Und sie beschließen, den Rest der Strecke bis zu ihrem Traumziel San Francisco, wo Veit seinen einst geflohenen Vater finden will, auf dem Landweg zurückzulegen.

Die folgende Odyssee der Ossis basiert lose auf den Jugenderinnerungen des Filmproduzenten Tom Zickler ("Keinohrhasen"), der einst selbst nach der Wende mit einem Freund durch die USA getrampt ist.

Regisseur Markus Goller und Drehbuchautor Oliver Ziegenbalg haben daraus einen sympathischen Film gemacht, der durchaus kurzweilig zwischen vorwiegend lockerer Situationskomik und einigen schönen melancholischen Momenten pendelt.

Dass unterwegs allerlei Stolpersteine auf die Hauptfiguren warten, ist obligatorisch für ein klassisches Roadmovie, auch wenn die Macher hier auf manche Etappe hätten verzichten können. Denn zuweilen buddeln sie Klischees aus, die man auch einschlägigen Roadtrips aus der Hollywood-Schmiede zuordnen könnte.

Seien es die sexlüsternen Provinz-Girls, deren Vater die Jungs mit der Schrotflinte davonjagt, oder die plötzlich anbrausende Motorradgang, die für etwas Easy-Rider-Romantik sorgt. Gelungen ist "Friendship" immer dann, wenn er den Zusammenprall unterschiedlicher Welten satirisch auf die Spitze treibt.

So wirkt es kurios, wenn die Jungs lausbubenhaft in einem US-Kaff Betonbrocken ansprühen und diese als Teil der Berliner Mauer an die begeisterten Bewohner verscherbeln. Oder wenn sie im hiesigen Kino vor staunenden Amis einen selbstgedrehten skurrilen Super-8-Stummfilm vom Arbeiter-und-Bauern-Staat vorführen.

Nicht zuletzt, weil Friedrich Mücke und Matthias Schweighöfer sichtlich enthusiastisch die bisweilen bauernschlauen Naivlinge im fremden Land geben, folgt man den DDR-Jungs gerne auf ihrer Reise, die am Ende noch eine unerfreuliche Wahrheit für sie bereithält.

Quelle: RP

 
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