Interview: M:i 3-Regisseur J.J. Abrams: "Es war ein unglaubliches Erlebnis"
zuletzt aktualisiert: 02.05.2006 - 14:57Berlin (rpo). Wie ist das, wenn Tom Cruise und Steven Spielberg anrufen und den Auftrag erteilen, ein Drehbuch für "Krieg der Welten" zu schreiben? Und wenn man dann aus Zeitmangel ablehnen muss? Regisseur J.J. Abrams hat das erlebt. Die Zusammenarbeit mit den Hollywood-Stars klappte dann aber doch noch: Abrams führte Regie bei "Mission: Impossible 3".
J.J. Abrams macht keine halben Sachen. Der gebürtige New Yorker schuf mit "Alias - Die Agentin" und vor allem "Lost" äußerst erfolgreiche Fernsehserien und gibt nun mit dem sicheren Blockbuster "Mission: Impossible III" sein Kinodebüt. In dem Actionfilm, der am Donnerstag in die deutschen Kinos kommt, tritt Superstar Tom Cruise erneut als Geheimagent an. Mit dem Regisseur sprach Nina Jerzy in Berlin.
Mr. Abrams, wie kommt ein Kinofrischling gleich zu einem solchen Debüt?
J.J. Abrams: Ich habe Tom Cruise erstmals bei einem Gespräch mit Steven Spielberg zu "Krieg der Welten" getroffen, für den sie mir das Drehbuch angeboten hatten. Das klappte aber nicht, weil ich die Pilotfolge von "Lost" drehen musste. Einige Monate später kam ein Anruf von Tom, dass er "Alias" auf DVD gesehen habe. Und zu meinem absoluten Schock bot er mir "Mission: Impossible III" an.
Was war das für ein Gefühl, Cruise und Spielberg für "Krieg der Welten" eine Absage zu erteilen?
Ich dachte: "Okay, das war's mit meiner Karriere." Spielberg ist mein Vorbild. Und ich war ein großer Fan von Tom. Aber ich hatte schlichtweg keine Zeit.
Und wie war dann letztlich die Zusammenarbeit mit Cruise?
Obwohl er ein Megastar ist und auch als Produzent fungierte, war er zu mir voller Respekt, als ob ich so etwas schon mal gemacht hätte. Es war ein unglaubliches Erlebnis.
Würden sie für einen vierten Teil von "Mission: Impossible" zur Verfügung stehen?
Wir haben darüber gesprochen. Ich fühle mich im Augenblick aber, als hätte ich ein riesiges Mahl verspeist. Ich verdaue also noch. Wenn die Geschichte es wert wäre, würde ich es aber liebend gern machen.
Sie sind an dem elften "Star Trek"-Kinofilm beteiligt...
Da gab es einige Verwirrungen. Ich produziere den Film. Vielleicht werde ich auch Regie führen, aber es ist noch zu früh, um das zu sagen. Ich bin sehr aufgeregt, denn ich bin ein riesiger "Star Trek"-Fan.
Was können Sie von der Handlung erzählen?
Gar nichts. Ich musste versprechen, dicht zu halten.
Es hieß, es werde sich um die erste Mission von Captain Kirk und Spock drehen.
Das kann ich weder bestätigen noch dementieren. Ich glaube, wir haben eine grandiose Geschichte. Es wird cool.
Tom Cruise hat sie angeblich "den modernen Hitchcock" genannt. Können Sie mit diesem Kompliment leben?
Heißt das, ich bin fett? Nur Spaß. Nein, meinen Sie das ernst? Hitchcock ist eines meiner absoluten Idole. Das ist wirklich zu peinlich, um darüber zu sprechen.
Aber ist das eine Tradition des Filmemachens, in die Sie sich gerne einreihen würden?
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wer ich bin. Am Anfang überlegte ich, was ich zu "Mission: Impossible III" beitragen kann, das mir erlauben würde, in die Fußstapfen von Brian de Palma und John Woo zu treten. Die Antwort war: Ich kann keinen bestimmten Stil anwenden. Ich glaube, den besitze ich nicht. Dafür habe ich ein Gespür für Charaktere und Geschichten. Deshalb muss ich mir über Stil keine Gedanken machen.
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