Selbstkritisch: Mueller-Stahl mag nur wenige seiner Filme
zuletzt aktualisiert: 15.02.2006 - 15:10Berlin (rpo). Armin Mueller-Stahl hat bereits in 80 Filmen mitgespielt. Der heutige Hollywoodstar ist jedoch nicht mit allen Streifen, in denen er seit Anfang der 80er Jahre mitgewirkt hat, zufrieden, wie der 75-Jährige am Rande der Berlinale verriet.
"Ich würde sagen: Ich habe acht oder zehn außergewöhnlich gute Filme in meinem Leben gemacht", sagte der Berlinale-Juror der Wochenzeitung "Zeit". Bei seinem Durchbruch in den USA habe ihm die Erinnerung an einen früheren Bundeskanzler geholfen, sagte Mueller-Stahl. Bei seinem ersten Vorsprechen habe er gewusst: "Wenn ich jetzt durchfalle, kann ich einpacken." Gerettet habe ihn Helmut Schmidt. Nachdem er sich tagelang auf sein Vorsprechen vorbereitet habe, sei ihm plötzlich eingefallen, "warum Helmut Schmidt so ein großer Redner ist". Schmidt habe immer diese langen Pausen gemacht. "Las er vom Zettel ab, dann las er nicht, sondern es wirkte, als spreche er völlig frei. Beeindruckend." Diese Methode habe er geklaut. Und es habe funktioniert.
Bei der Darstellung von Bösewichtern interessieren Mueller-Stahl vor allem die Brüche. "Das Böse fasziniert mich schon. Ich habe ja auch viele Bösewichter gespielt", sagte er. Er finde es nur schwierig, wenn alles Böse auf einen Menschen abgeladen werde. Viel interessanter sei es doch, Charaktere zu zeigen, die das Böse und das Gute als Potenzial in sich trügen.
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