Im Auto an der Küste: Natalia Wörner entkam nur knapp der Todesflut
zuletzt aktualisiert: 04.01.2005 - 11:57Hamburg (rpo). Auch die Schauspielerin Natalia Wörner und ihr Freund waren zum Zeitpunkt der Flutkatastrophe im thailändischen Khao Lak. Sie waren mit dem Auto an der Küste unterwegs und sind der Todeswelle nach eigenen Angaben nur knapp entkommen.
Eine Verzögerung bei der Abreise rettete den beiden offenbar das Leben. Natalia Wörner sagt der Wochenzeitung "Die Zeit": "Wären wir nur fünf Minuten früher die Straße entlanggefahren, würde ich wahrscheinlich dort liegen - tot."
Die 37-Jährige war seit dem 23. Dezember in dem Ferienort: "Wir hatten einen Bungalow im Similana Ressort gemietet und verbrachten die Tage schnorchelnd im Wasser. Am 26. Dezember wollten wir mit einem gemieteten Auto nach Phuket fahren, um von dort aus nach Bangkok zu fliegen." Nach zehn Minuten Fahrt an der Küste sei es zu dem Unglück gekommen: "Ich sah nach vorn, und wenige Meter vor uns war unsere Straße weggebrochen, die Kurve, die eben noch da war, war weg. Wir hielten an und sahen unzählige Menschen aus dem Wasser kommen: nackt, blutüberströmt, schreiend."
Vor der zweiten Welle geflohen
Vor der zweiten Welle flohen die Schauspielerin, ihr Freund und der Fahrer "zu Fuß einen Hügel hoch in den Dschungel". Wörner sagte: "Die Handys funktionierten nicht, wir waren ahnungslos. Ich hatte nur ein Ziel: die Verletzten in ein Krankenhaus zu bringen." Als sich das Meer beruhigt hatte, seien sie den Hügel hinunter zum Auto gegangen. "Das war der Moment, als wir die ersten Leichen sahen, überall Leichen, vom Wasser an Land geschwemmt", sagte Wörner.
Nachdem die Straße wieder frei war, habe sie die Überlebenden in eine Notfallklinik gefahren: In einer Art Busch-Krankenhaus habe sie geholfen, die Wunden der Opfer zu versorgen, sagte die Schauspielerin. "Zum Nachdenken kam ich nicht, ich funktionierte nur von einer Sekunde zur nächsten, aber in diesem Krankenhaus, als auch dort die ersten Leichen gestapelt wurden, dachte ich zum ersten Mal: Warum hat es nicht mich erwischt? Warum andere?"
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