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Fernsehpreise in München: Österreicherin Hörbiger bekommt Ehrenpreis

zuletzt aktualisiert: 16.05.2009 - 12:22

München (RPO). Die Schauspielerin Christiane Hörbiger hat am Freitag von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) den Ehrenpreis des Bayerischen Fernsehpreises für ihr Lebenswerk bekommen. Er würdigte die 70-jährige Österreicherin bei einem Festakt im Münchner Prinzregententheater als "die unbestrittene First Lady der Schauspielkunst im deutschsprachigen Raum".

Die österreichische Schauspielerin Christiane Hörbiger posiert mit ihrem Preis.  Foto: ddp, ddp
Die österreichische Schauspielerin Christiane Hörbiger posiert mit ihrem Preis. Foto: ddp, ddp

Erklären konnte Christiane Hörbiger es sich nicht, dass sie in der immerhin schon 20-jährigen Geschichte des Bayerischen Fernsehpreises erst die dritte Frau ist, die mit der höchsten Auszeichnung - dem Ehrenpreis - gewürdigt wurde. Hörbiger baut auf einen neuen Trend: "Ich hoffe, dass ich jetzt eine ganze Kette von Frauen hinterherziehe, denn sie haben es weiß Gott verdient", betonte die österreichische Schauspielerin am Freitagabend im Münchner Prinzregententheater. Es sei "höchste Zeit", dass die Zahl der weiblichen Ehrenpreisträger beim "Blauen Panther" nach Uschi Glas (1995), Hannelore Elsner (2006) und ihr jetzt ein bisschen größer werde.

Hörbiger wurde bei der Gala bei stehendem Applaus für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nannte die 70-Jährige, deren Karriere bereits vor über einem halben Jahrhundert begann, "die unbestrittene First Lady der Schauspielkunst im deutschsprachigen Raum". Dass sie es wirklich bis ganz nach oben geschafft habe, erkenne man sehr leicht: "Es gibt 'die Garbo', 'die Dietrich' und eben 'die Hörbiger', hob er hervor. Die Österreicherin strahlte in einem cremefarbenen Abendkleid und sagte mit Blick auf ihrer Theater-, Film- und Fernsehkarriere, die nicht immer leicht gewesen sei: "Ich war begleitet von Liebe."

Wie falsch man manchmal mit seinem Bauchgefühl liegen kann, bewies Anja Kling. Zu Beginn des Abends hatte sie noch zu Protokoll gegeben: "Ich bin eigentlich recht sicher, dass ich den Preis nicht kriege" - schließlich seien mit ihr so tolle Kolleginnen wie Gisela Schneeberger und Iris Berben nominiert. Rund eine Stunde später kam es ganz anders: Kling machte das Rennen als beste Fernsehfilm-Schauspielerin mit dem Sat.1-Zweiteiler "Wir sind das Volk".

Kling, die selbst fünf Tage vor der Maueröffnung in den Westen geflohen war, spielt darin eine Mutter, die ihren Sohn nach einem missglückten Fluchtversuch aus der DDR aus den Augen verliert. Die 39-Jährige betonte, es freue sie besonders, dass es ein Preis für diese Rolle sei. "Weil dieser Film so wahnsinnig viel mit mir zu tun hat - mit mir, mit meiner Vergangenheit und dem Land, in dem ich groß geworden bin", sagte sie.

Den bewegendsten Moment des Abends gab es, als bei dem Festakt der verstorbenen Schauspielerin Monica Bleibtreu gedacht wurde. Die Anwesenden erhoben sich und würdigten das Lebenswerk Bleibtreus mit langem Applaus. Sie sei "eine großartige und schon jetzt sehr vermisste" Schauspielerin gewesen, sagte der Moderator des Abends, Steffen Seibert. Bleibtreu war in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 65 Jahren nach langjähriger Krebserkrankung gestorben.

2005 hatte sie den Sonderpreis des Bayerischen Fernsehpreises für den Fernsehfilm "Marias letzte Reise" erhalten. Darin spielte Bleibtreu eine unheilbar an Krebs erkrankte Bäuerin. Gisela Schneeberger, an deren Seite Beibtreu Ende des Jahres in der Ingrid-Noll-Komödie "Ladylike" im ZDF zu sehen sein wird, zeigte sich vom Tod ihrer Kollegin sehr bestürzt. "Ich bin besonders getroffen, weil ich gestern noch etwas mir ihr synchronisieren sollte, und sie nicht kam", sagte sie am Rande der Gala.

Ein Sonderpreis der Jury ging an den Regisseur Roland Suso Richter und sein ARD-Drama "Mogadischu". Darin zeichnete Richter die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" im Oktober 1977 nach. "Es wurde ein Dokument des Schreckens, wie es kaum eindringlicher sein kann", betonte die Jury. Überreicht wurde Richter der Preis von Ulrich Wegener, dem damaligen Chef der Antiterroreinheit GSG9, die die "Landshut" befreit hatte.

Schauspieler Ken Duken überzeugte die Juroren mit seinem Spiel im ARD-Film "Willkommen zuhause". Darin stellte er einen traumatisierten Bundeswehrsoldaten dar, der vom Einsatz in Afghanistan zurückkehrt. Duken dankte seiner Frau Marisa: "Ohne dich wäre ich nicht hier", rief der 30-Jährige. Die beiden verrieten an diesem Abend auch, dass sie ein Kind erwarten.

Die Bayerischen Fernsehpreise wurden zum 21. Mal vergeben und waren diesmal mit insgesamt 160 000 Euro dotiert. Durch den Abend führte neben Seibert auch Markus Kavka. Er setzte in einem schneeweißen Smoking modische Akzente.

Quelle: DDP

 
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