Zwei deutsche Filme im Rennen: Oscar-Nominierung für "Der Untergang"
zuletzt aktualisiert: 26.01.2005 - 09:39Beverly Hills (rpo). Hoffnungen auf einen heiß begehrten Oscar kann sich nun der deutsche Film "Der Untergang" machen. Oliver Hirschbiegels Werk über die letzten Tage Adolf Hitlers im "Führerbunker" wurde am Dienstag in Beverly Hills in der Sparte "bester fremdsprachiger Film" nominiert. Er ist einer von fünf Anwärtern.
"Der Untergang" konkurriert gegen Darrell Roodts südafrikanischen Film "Yesterday" und "As it is in Heaven" von Kay Pollak aus Schweden. Gute Chancen haben außerdem die französische Produktion "Die Kinder des Monsieur Mathieu" von Christophe Barratier und das spanische Werk "Mar Adentro" von Alejandro Amenábar, das die Sterbehilfe thematisiert. Auch der deutsche Dokumentarfilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel" darf auf einen Oscar hoffen.
Der Streifen ist eine Abschlussarbeit für die Münchener Filmhochschule und lief auf den wichtigsten Filmfestivals weltweit. Für Regisseur Luigi Falorni ist die Nominierung die "absolute Krönung" seiner Arbeit. Er habe niemals damit gerechnet, dass sein "kleiner, leiser, stiller Film" jemals soviel Aufmerksamkeit bekommen könnte. Die Geschichte spielt in der Wüste Gobi, wo eine Kamelmutter ihr soeben geborenes Junges verstößt. Da erinnern sich Hirten an ein uraltes Ritual: Ein Musiker soll mit seiner Geige die Kamelmutter zum Weinen bringen und so ihr Herz erweichen. Die zentralen Themen Rückbesinnung auf verlorene Werte, Ruhe und Versöhnung begeisterten schon Kinobesucher in 60 Ländern.
Dokumentarfilmer Michael Moore pokerte hoch, als er seinen Film "Fahrenheit 9/11" nicht in der Kategorie Dokumentarfilm antreten ließ, um seine Chance in der Rubrik bester Film zu erhöhen - und er verlor. Sein Film wurde nun gar nicht nominiert. Auf die Auszeichnung kann in diesem Jahr aber Morgan Spurlock mit seinem Fast-Food-Film "Super Size Me" hoffen. Seine Realsatire liefert auf unterhaltsame Weise einen erschütternden Einblick in die amerikanische (Fr)Esskultur: Aus Spaß an zügellosem McDonalds-Konsum wird bitterer Ernst.
Martin Scorsese oder Clint Eastwood?
Großer Favorit ist die Howard-Hughes-Biografie "The Aviator" mit elf Oscar-Nominierungen, unter anderem als bester Film. Auch die mitwirkenden Schauspieler Leonardo DiCaprio, Cate Blanchett und Alan Alda sowie Regisseur Martin Scorsese können auf eine Auszeichnung hoffen. Im vergangenen Jahr wurde "Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs" ebenfalls elf Mal nominiert - und gewann dann auch den Oscar in allen diesen Kategorien. Diesmal ist der Ausgang aber alles andere als sicher.
Denn sieben Nominierungen gab es auch jeweils für die Filme "Million Dollar Baby" und "Finding Neverland". Clint Eastwood wurde dabei sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur von "Million Dollar Baby" nominiert. Ebenfalls gleich zwei Mal nominiert wurde Jamie Foxx, als bester Schauspieler für die Titelrolle in "Ray" und als bester Nebendarsteller in "Collateral."
In der Kategorie der besten Schauspielerin kommt es wieder wie 1999 zu einem Aufeinandertreffen von Hilary Swank, die damals den Oscar für "Boys Don't Cry" bekam, und Annette Bening, die für ihre Leistung in "American Beauty" als Favoritin galt. Swank tritt diesesmal als Boxerin in "Million Dollar Baby" gegen Bening an, die für "Being Julia" nominiert wurde. Beide Schauspielerinnen wurden mit Golden Globes ausgezeichnet, Swank als beste dramatische Schauspielerin, Bening als Schauspieler in einem Musical oder einer Komödie.
In der Kategorie der besten Schauspielerin wurden auch Catalina Sandino Moreno ("Maria Full of Grace"), Imelda Staunton ("Vera Drake") und Kate Winslet ("Eternal Sunshine of the Spotless Mind") für einen Oscar nominiert. Die 77. Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt findet am 27. Februar in Hollywood statt.
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