ZDF ist Koproduzent: Erster Oscar für einen österreichischen Film
zuletzt aktualisiert: 25.02.2008 - 11:12Hollywood (RPO). Erstmals ist in diesem Jahr ein österreichischer Film mit einem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet worden. Der österreichische Regisseur Stefan Ruzowitzky nahm den Preis für "Die Fälscher" entgegen.
Deutschsprachige Filme haben Konjunktur in Amerika: Nach dem vorjährigen deutschen Triumph mit dem Oscar-Gewinn von Florian Henckel von Donnersmarcks Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" hat nun das österreichische KZ-Drama "Die Fälscher" bei der Preisvergabe für den besten ausländischen Film des Jahrgangs 2007 die begehrte Trophäe in der Nacht zum Montag in Los Angeles gewonnen. Damit ist erneut die deutsche Filmindustrie kräftig beteiligt an einem internationalen Erfolg.
Denn der Wiener Regisseur Stefan Ruzowitzky hatte schon vor der Preisvergabe zu "Die Fälscher" klargestellt: "Das ist zur Hälfte ein deutscher Film, denn 50 Prozent der Finanzierung kommt aus Deutschland und auch 50 Prozent vom kreativen Potential". Zu letzterem zählten auch die beiden Hauptdarsteller August Diehl und Devid Striesow des in Babelsberg bei Berlin gedrehten Streifens. Er zeigt die Geschichte einer historisch verbürgten, groß angelegten Geldfälschungsaktion der Nazis mit Hilfe von speziell erfahrenen Häftlingen des KZ Sachsenhausen. Mit falschen Pfund- und Dollarnoten sollte gegen Kriegsende die Wirtschaft der alliierten Kriegsgegner unterminiert werden.
Auf der Berlinale 2007 wurden "Die Fälscher" als deutscher Beitrag im Wettbewerb der Filmfestspiele präsentiert und bekamen durchweg positive Kritiken und Jurylob. Doch für den Oscar nominierte die einheimische Branche dann Fatih Akins "Auf der anderen Seite" als deutschen Beitrag, der jedoch schon im Vorfeld scheiterte. Österreich hingegen schickte "Die Fälscher" ins Rennen - mit großem Erfolg, wie sich nun gezeigt hat. Eine Rolle bei der deutschen Entscheidung, nicht auf "Die Fälscher" zu setzen, dürfte auch der kommerzielle Misserfolg des Films von Ruzowitzky in den deutschen Kinos gespielt haben.
Nur rund 63.000 Besucher wollten nämlich zwischen Flensburg und Konstanz das KZ-Drama sehen, in Österreich war das Publikumsinteresse kaum größer. Wahrscheinlich wird der Film hier wie dort nach dem Oscar-Gewinn nun noch einmal auf die Leinwände kommen, dann wird sich die Besucherbilanz vielleicht noch verbessern. Bei der Verleihung der Deutschen Filmpreise 2007 war "Die Fälscher" übrigens in sieben Kategorien nominiert, konnte aber lediglich einen Darstellerpreis für Devid Striesow erringen.
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