Oscar-Verleihung 2008: Hoffen auf den großen Preis
zuletzt aktualisiert: 22.02.2008 - 20:23Hollywood (RPO). Die Oscars können George Clooney nicht aus der Bahn werfen. Der Hollywood-Star sieht die Verleihung der Film-Preise in der Nacht zu Sonntag mit Gelassenheit entgegen. Doch wie schätzt er seine Chancen ein? "Für mich ist es, als wäre ich Hillary Clinton. Wenn es Barack Obama nicht gäbe, wäre es ein sehr gutes Jahr gewesen", sagt Clooney.
Trotz sieben Nominierungen rechnet Clooney mit höchstens einem Oscar für "Michael Clayton". Ansonsten ist Clooney sicher, dass Favorit Daniel Day-Lewis den Oscar gewinnt. "Es besteht keine Chance, dass Daniel Day-Lewis nicht gewinnt", sagte der 46-Jährige dem "Time"-Magazin (Internetausgabe) über den als Favoriten gehandelten Hauptdarsteller aus dem Drama "There Will Be Blood".
Demnach darf sich Daniel Day-Lewis als nahezu sicherer Sieger fühlen - auch wenn er bei der Berlinale leer ausging. Die schauspielerische Urgewalt ist für die Darstellung eines Ölbarons in "There Will Be Blood" bereits bei Golden Globes, Screen Actors Guild Awards, den britischen Baftas und von zahlreichen US-Kritikerverbänden als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden. Am Sieg des Iren dürften auch die Sympathien der 5829 stimmberechtigten Academy-Mitglieder für seinen noch Oscar-losen Konkurrenten Johnny Depp ("Sweeney Todd") kaum rütteln.
Bei den Hauptdarstellerinnen galt lange Zeit Golden-Globe-Gewinnerin Julie Christie als Alzheimer-Patientin im Drama "An ihrer Seite" als Favoritin. In den Wochen vor der Oscar-Verleihung scheint jedoch die Französin Marion Cotillard aufgeholt zu haben. Die 32-jährige Darstellerin von Edith Piaf in "La Vie en Rose" hatte jüngst der 66-jährigen Konkurrentin überraschend den Bafta (der britische Oscar) weggeschnappt.
Cate Blanchett muss hingegen vermutlich weiter auf ihren ersten Oscar als Hauptdarstellerin ("Elizabeth - Das goldene Königreich") warten. Dafür dürfte die hochschwangere Australierin ihre zweite Statuette als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle als Bob Dylan in "I'm Not There" gewinnen.
Bei den Männern wird vermutlich Javier Bardem als Serienmörder in "No Country for Old Men" von Joel und Ethan Coen das Rennen machen. Das Blitzlichtgewitter ist dem Charakterdarsteller aber auch so sicher, wenn er mit Freundin und Laudatorin Penelope Cruz den knapp 150 Meter langen roten Teppich entlangschreitet. Im Auge behalten sollte er jedoch Hal Holbrook. Die erste Nominierung des 83-Jährigen ("Deep Throat" aus dem Watergate-Thriller "Die Unbestechlichen) für Sean Penns "Into the Wild" war in der Branche auf viel Wohlwollen gestoßen.
Besonders spannend wird es ganz zum Schluss der Oscar-Verleihung. Beim Titel des besten Film des vergangenen Kinojahrs zeichnet sich ein Fotofinish zwischen "There Will Be Blood" von Berlinale-Gewinner Paul Thomas Anderson und "No Country For Old Men" der Coen-Brüder ab. Beide Dramen sind mit je acht Nominierungen die Top-Favoriten. Vielleicht entscheidet die Academy salomonisch und vergibt den Preis für den Film an Andersons kompromissloses Drama und gesteht dafür den Coens ("Fargo") ihren ersten und lange überfälligen Regie-Oscar zu.
Kein leichter Abend wird es für Komiker Jon Stewart. Wegen des gerade noch rechtzeitig beendeten Streiks der Autoren blieben dem Moderator ("The Daily Show") nur rund zwei Wochen Vorbereitung, um mit seinem Team das etwas zahme Debüt vor zwei Jahren auszubügeln.
Die zum siebten Mal im Kodak Theatre in Los Angeles veranstaltete Oscar-Verleihung wird nach Academy Angaben in über 200 Länder übertragen. In Deutschland strahlt ProSieben die Gala ab 2.30 Uhr aus. Den Ehren-Oscar für sein Lebenswerk erhält der 98-jährige Filmausstatter Robert Boyle ("Der unsichtbare Dritte").
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