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"Baader Meinhof Komplex": RAF-Drama für "Oscar" nominiert

zuletzt aktualisiert: 22.01.2009 - 15:09

Düsseldorf (RPO). Ein deutscher Film hat bei der "Oscar"-Verleihung in Los Angeles Chancen auf eine der begehrten Trophäen. Das RAF-Drama "Baader Meinhof Komplex" von Produzent Bernd Eichinger ist als "bester nicht englischsprachiger Film" nominiert. In der Kategorie "Bester männlicher Nebendarsteller" wurde der verstorbene Heath Ledger nominiert.

Das gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Donnerstag in Beverly Hills bekannt. Die "Oscars" werden in der Nacht zum 23. Februar verliehen. Der "Oscar" für den besten nicht-englischsprachigen Film ist bislang dreimal an eine deutsche Produktion gegangen. Zuletzt hatte 2007 das Stasidrama "Das Leben der Anderen" die Trophäe gewonnen.

Als große Favoriten gehen der US-Streifen "Benjamin Button" mit 13 Nominierungen und das britische Indien-Drama "Slumdog Millionaire" mit zehn Nominierungen ins Rennen.

In der Königskategorie des "besten Films" dominieren in diesem Jahr politisch-historische Stoffe. Zu den fünf Nominierten für die Preisverleihung am 22. Februar zählt die Verfilmung des deutschen Bestsellerromans "Der Vorleser" über eine leseunkundige KZ-Wärterin.

 In "Frost/Nixon" geht es um ein legendäres Interview des früheren US-Präsidenten Richard Nixon. "Milk" ist eine Biografie des kalifornischen Politikers Harvey Milk, der in den 70ern als erster bekennender Schwuler in den USA in ein politisches Amt gewählt wurde.

Der ebenfalls für den Top-Preis nominierte Streifen "Slumdog Millionaire" beschreibt den Aufstieg eines Jungen aus einem Elendsviertel in Bombay. Etwas aus der Reihe fällt das Film-Märchen "Der seltsame Fall des Benjamin Button", in dem es um einen Mann geht, der jünger statt älter wird. Mit 13 Nominierungen hat dieser Film beinahe den Rekord erreicht: Nur "Titanic" (1997) und "Alles über Eva" (1950) hatten mit 14 Nominierungen mehr Chancen auf Oscar-Ruhm. Die Regisseure der fünf Anwärter für den besten Film in diesem Jahr sind allesamt in der Kategorie für den Regiepreis nominiert.

Winslet vs. Jolie

Bei den Nominierungen für die Schauspielpreise dominieren die Superstars aus Hollywood: In der Kategorie beste Hauptdarstellerin konkurrieren Kate Winslet ("Zeiten des Aufruhrs"), Meryl Streep ("Glaubensfrage"), Angelina Jolie ("Der fremde Sohn"), Anne Hathaway ("Rachels Hochzeit") und Melissa Leo ("Frozen River"). Kate Winslet hatte erst kürzlich gleich zwei Golden Globes gewonnen. Für Meryl Streep ist es die 15. Nominierung für einen Schauspiel-Oscar - ein absoluter Rekord.

Um den Preis als bester Hauptdarsteller konkurrieren Brad Pitt ("Der seltsame Fall des Benjamin Button"), Mickey Rourke ("Der Wrestler"), Sean Penn ("Milk"), Frank Langella ("Frost/Nixon") und Richard Jenkins ("The Visitor").

Verstorbener Heath Ledger nominiert

In der Kategorie "bester Nebendarsteller" erhielt der Australier Heath Ledger posthum eine Nominierung für seine Rolle als "Joker" in dem Batman-Film "The Dark Night". Die Nominierung erfolgte auf den Tag genau ein Jahr nach seinem Tod durch eine versehentliche Überdosis an Medikamenten. Der Fantasy-Film gilt dennoch als großer Verlierer des Tages: Hoffnungen auf Nominierungen in den Kategorien "bester Film" und "bester Regisseur" erfüllten sich nicht.

In der Kategorie des besten nicht-englischsprachigen Films treten mit dem RAF-Drama "Der Baader Meinhof Komplex" von Uli Edel und dem Wiener Rotlicht-Streifen "Revanche" des Österreichers Götz Spielmann in diesem Jahr gleich zwei deutschsprachige Filme an.

Sie wollen an die jüngsten Erfolge deutschsprachiger Filme in Hollywood anknüpfen: 2008 gewann Österreich mit "Die Fälscher" die Oscar-Trophäe, im Jahr zuvor war es Deutschland mit "Das Leben der Anderen".

Die Nominierten müssen sich durchsetzen gegen Produktionen aus Frankreich, Japan und Israel. In der Kategorie "bester Kurzfilm" wurde der Schweizer Reto Caffi, ein Absolvent der Kölner Filmhochschule, für "Auf der Strecke" nominiert.

Die wichtigsten Nominierungen im Überblick:

Bester Film

Der seltsame Fall des Benjamin Button
Frost/Nixon
Milk
The Reader
Slumdog Millionaire (Gewinner des Golden Globe)

Bester männlicher Darsteller

Brad Pitt in "Der seltsame Fall des Benjamin Button"
Mickey Rourke in "The Wrestler"
Richard Jenkins in "The Visitor "
Frank Langella in "Frost/Nixon"
Sean Penn in "Milk"

Beste weibliche Darstellerin

Anne Hathaway in "Rachel Getting Married"
Angelina Jolie in "Changeling"
Melissa Leo in "Frozen River"
Meryl Streep in "Doubt"
Kate Winslet in "The Reader"


 
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