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Die Oscar-Favoriten 2011: Stotternder König gegen alten Westernhelden

zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 - 21:24

Beverly Hills (RPO). Es ist hoffentlich kein schlechtes Omen für "The King's Speech": Wie bei den Golden Globes geht Tom Hoopers Film über den stotternden König George VI. auch bei den Oscars mit den meisten Nominierungen ins Rennen. Doch auch der Western "True Grit" kann sich Hoffnungen machen. Es ist aber nicht so, dass nur diese beiden Filme in Frage kämen.

Die Ausbeute bei den Golden Globes für "The King's Speech" war gering. In sieben Kategorien nominiert, war das Historiendrama nur in einer erfolgreich. Lediglich Colin Firth konnte in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller" eine Trophäe mit nach Hause nehmen.

Bei den Academy Awards nun kann der Film auf insgesamt zwölf Auszeichnungen hoffen. Mehr als 80 Jahre Oscar-Geschichte zeigen jedoch, dass viele Nominierungen kein Garant für viele Trophäen sind: Von elf Oscars aus zwölf Nominierungen ("Ben Hur", 1959) bis zu null Oscars aus elf Nominierungen ("The Turning Point", 1977, und "The Color Purple", 1985) war alles dabei.

Colin Firth oder Jeff Bridges?

Bei den Golden Globes, die als wichtiger Gradmesser für die Oscar-Verleihung gelten, hat David Finchers Facebook-Drama "The Social Network" in der Kategorie "Bestes Drama" die Konkurrenz hinter sich gelassen.

Unter den zehn Oscar-Nominierten für den "Besten Film" finden sich auch die Kontrahenten dieser Golden Globes wieder: David O. Russells Boxfilm "The Fighter", Darren Aronofskys Thriller "Black Swan", Christopher Nolans Sciene-Fiction-Film "Inception" - und eben "The King's Speech". Die meisten Chancen auf den Film-Oscar dürften aber neben Hooper Joel und Ethan Coen mit ihrem Western "True Grit" haben. Ihr Film ist für insgesamt zehn Oscars nominiert.

Jeff Bridges, der in "True Grit" das Raubein Rooster Cogburn mimt, kann sich Hoffnungen auf einen Preis als "Bester Hauptdarsteller" machen. Wie im vergangenen Jahr, als er für seine Rolle als abgehalfteter Country-Sänger in "Crazy Heart" ausgezeichnet wurde, konkurriert er mit Colin Firth, dessen herausragende Darstellung des depressiven Literaturprofessors George Falconer in "A Single Man" nicht mit einem Oscar belohnt wurde.

Für den Fall, dass er die Trophäe am 27. Februar wieder nicht mit nach Hause nimmt, ist Firth zumindest in einem Punkt gerüstet. Danach gefragt, ob er auch ein "Verlierergesicht" habe, sagte er kürzlich in einem Zeitungsinterview: "So oft, wie ich nominiert war und nichts bekam, hatte ich wirklich Gelegenheit, dieses Gesicht einzustudieren. "Sollte Bridges wieder gewinnen, müssten neben Firth auch Javier Bardem ("Biutiful"), Jesse Eisenberg ("The Social Network") und James Franco ("127 Hours") ihr Verlierergesicht zeigen.

Auch "Grüffelo"-Regisseure haben Oscar-Chancen

Unter die Top drei der jüngsten Oscar-Gewinnerinnen aller Zeiten könnte Hailee Steinfeld kommen. Die 14-Jährige ist für ihre Rolle der willensstarken Mattie Ross in "True Grit" als beste Nebendarstellerin nominiert. Favorisiert für den Preis als beste Hauptdarstellerin ist Natalie Portman, die mit ihrer Darstellung einer psychotischen Ballerina in "Black Swan" überzeugen konnte.

Auf seinen zweiten Oscar kann der acht Mal nominierte deutsche Komponist Hans Zimmer hoffen. Der gebürtige Frankfurter, der schon lange in Hollywood arbeitet, hat die Musik zu "Inception" geschrieben. In der Kategorie "Animierter Kurzfilm" ist Deutschland ebenfalls vertreten: Nominiert ist hier der von Jakob Schuh und Max Lang inszenierte "Grüffelo"-Film (Original: "The Gruffalo"), der in einem Londoner Studio produziert wurde. Beim Auslands-Oscar ist Deutschland nicht vertreten.

Am Dienstag vor der Oscar-Verleihung endet traditionsgemäß die Frist für Abstimmung, wer schließlich ausgezeichnet wird. Moderiert wird die Veranstaltung Sonntagabend 17 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr mitteleuropäische Zeit) in Beverly Hills von Anne Hathaway und dem nominierten James Franco. ProSieben überträgt ab 1.10 Uhr.

Quelle: DDP/csr

 
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