Nominierungen stehen fest: Wer Chancen auf den Oscar hat
VON DOROTHEE KRINGS - zuletzt aktualisiert: 23.01.2009 - 07:37Düsseldorf (RP). Mit 13 Nominierungen geht "Der seltsame Fall des Benjamin Button" als deutlicher Favorit ins Rennen um die Oscars. Auch Deutschland darf hoffen: Uli Edels RAF-Film "Der Baader Meinhof Komplex" wurde genauso nominiert wie zwei deutsche Kurzfilme und eine Doku von Werner Herzog.
Hollywood besinnt sich auf seine alten Stärken und setzt in diesem Jahr auf großes gefühlvolles Erzählkino. Mit 13 Nominierungen ist "Der seltsame Fall des Benjamin Button" Favorit im Wettstreit um die Oscars, die am 22. Februar in Hollywood vergeben werden. Der Film über einen Mann, der rückwärts altert, als Greis auf die Welt kommt und als Säugling stirbt, wurde unter anderem in den Königskategorien beste Regie (David Fincher) und bester Hauptdarsteller (Brad Pitt) nominiert. Neben diesem Epos haben der elegante Politthriller "Frost/Nixon", Gus van Sants starkes Politikerporträt "Milk", die Verfilmung des deutschen Romans "Der Vorleser" und das britisch-indische Aufsteiger-Drama "Slumdog Millionär" noch Chancen, als beste Filme ausgezeichnet zu werden. Bei allen fünf Kandidaten sind jeweils auch die Regisseure für Oscars nominiert.
Deutschland darf hoffen
"Der Vorleser" ist nicht nur die Verfilmung des deutschen Romans von Bernhard Schlink, der Film wurde zum Teil auch in Köln gedreht und von der Filmstiftung NRW gefördert. Deutschland könnte in diesem Jahr aber auch direkt zum Zuge kommen: Uli Edels RAF-Film "Der Baader Meinhof Komplex" etwa als bester ausländischer Film. Allerdings gilt der israelische Konkurrent "Waltz with Bashire" in dieser Kategorie als Favorit. Überraschend wurde der Anti-Mafia-Film "Gomorrha" nicht aufgestellt, was als Spitze gegen Cannes verstanden werden kann, wurde der Film dort doch ausgezeichnet. Außerdem sind die Kurzfilme des Berliners Jochen Alexander Freydank und des Schweizers Reto Caffi, Absolvent der Kölner Filmhochschule, unter den Kandidaten für den Kurzfilmpreis. Ferner könnte Altmeister Werner Herzog für einen Antarktis-Film den Doku-Oscar gewinnen.
Neben Brad Pitt hat Sean Penn für seine Darstellung des ersten bekennenden homosexuellen Politikers in den USA in "Milk" große Chancen, als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet zu werden. Mit ihnen konkurrieren Frank Langella als Nixon-Darsteller in "Frost", Mickey Rourke als abgehalfteter Kämpfer in "The Wrestler" und überraschend Richard Jenkins in dem Immigrantendrama "The Visitor".
In der Kategorie Nebendarsteller dürfte Heath Ledger ein Jahr nach seinem Tod für die Darstellung des abgründig bösen "Joker" in dem Batman-Film "The Dark Knight" den Oscar erhalten, obwohl starke Darsteller wie Philip Seymour Hoffman oder Michael Shannon auch im Rennen sind.
Bei den Frauen gilt Kate Winslet mit ihrer Rolle in "Der Vorleser" als Favoritin. Allerdings haben auch Meryl Streep in dem Missbrauchsdrama "Glaubensfrage", eine überraschend starke Anne Hathaway als Alkoholikerin in "Rachels Hochzeit", Angelina Jolie als kämpfende Mutter in "Der fremde Sohn" und Melissa Leo als verzweifelte Schmugglerin in "Frozen River" Chancen.
Bei den Nebendarstellerinnen dürfte Penélope Cruz für ihren furiosen Auftritt in Woody Allens "Vicky Cristina Barcelona" beste Aussichten haben. Allerdings treten mit Amy Adams und Viola Davis gleich zwei Darstellerinnen aus "Glaubensfrage" an, die sich neben Meryl Streep behaupten konnten. Außerdem sind Marisa Tomei für ihre Rolle in "The Wrestler" und Taraji P. Henson für ihren Auftritt in "Benjamin Button" Kandidatinnen.
Recht klar liegt der Fall bei den Animationsfilmen. Neben "Bolt" und "Kung Fu Panda" dürfte die rührende Geschichte des Müllräum-Roboters "Wall-E" wohl die besten Chancen haben.
Einer ging dagegen leer aus: Tom Cruise. Sein Stauffenberg-Film "Operation Walküre" wurde nicht erwähnt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum

