"Basic-Instinct"-Regisseur blieb unangepasst: Paul Verhoeven wird 65 Jahre alt
zuletzt aktualisiert: 14.07.2003 - 09:16Frankfurt/Main (rpo). "Basic Instinct", "Total Recall", "Starship Troopers" - viele Filme von Paul Verhoeven wurden Kassenschlager, trugen ihm wegen übermäßiger Sex- und Gewaltdarstellungen aber auch Kritik ein. Der holländische Regisseur wird diese Woche 65 Jahre alt.
An den Filmen Paul Verhoevens scheiden sich die Geister und Geschmäcker. Den einen sind die Arbeiten des holländischen Filmregisseurs, der am 18. Juli 65 Jahre alt wird, zu gewalttätig, zu sexbesessen, ja gar pornografisch. Den anderen aber gefällt die riskante Mischung aus den faszinierenden Grundelementen des Kinos.
Die überaus erfolgreichen Science-Fiction-Streifen "RoboCop" und "Total Recall", dazu der Welthit "Basic Instinct", ein Erotikthriller mit Sharon Stones berühmter sliploser Einlage, haben Verhoeven zu einem Mächtigen, aber nicht zum Angepassten in Hollywood gemacht.
Natürlich muss sich auch Paul Verhoeven mit den kommerziellen Zwängen in der Traumfabrik arrangieren. Aber der in Den Haag geborene Niederländer hat das stets sehr eigenwillig getan, was dazu führte, dass seine beiden letzten Werke "Showgirls" und die böse Utopie "Starship Troopers" Kassenflops wurden.
Denn bei diesen Filmen, über deren wahren Wert das letzte Urteil noch nicht gesprochen ist, ist Verhoeven nicht auf Nummer Sicher gegangen, sondern hat bei Stoff und Machart das Risiko gesucht, das er schon am Beginn seiner Kinokarriere im Heimatland nicht gescheut hat: Der erste Spielfilm des früheren Lehrers war eine Komödie um zwei Amsterdamer Huren. Der zweite Film "Türkische Früchte", ein sexgeladenes Melodram, machte bereits international Furore, wurde für den Oscar nominiert und gilt heute als "Kultfilm der sexuellen Revolution".
Nach dem erfolgreichen Psychothriller "Der vierte Mann" ging Verhoeven 1985 nach Amerika. Gewiss suchte er dort den Welterfolg, der ihm inzwischen beschieden ist. Ebenso sehr aber war er der lästigen Filmbehörden in der Heimat überdrüssig, vor denen er nach eigenen Angaben sich "permanent erniedrigen" musste, um seine wagemutigen Projekte verwirklichen zu können. Auch in den USA hat er mit Zensoren und Tugendwächtern anlässlich seines Stripteasetänzerin-Dramas "Showgirls" schlechte Erfahrungen gemacht.
Seine Vorliebe für Gewaltinszenierungen begründete der Regisseur mit der Tatsache, dass Gewalt für ihn unmittelbar mit Überleben und Gefahr zu tun habe. Der Sohn eines Historikers wurde am 18. Juli 1938 in Den Haag geboren und erlebte als Kind die Zeit der deutschen Besatzung mit. Nach dem Krieg studierte Verhoeven Physik und Mathematik an der Universität Leiden und wurde mit einer Arbeit zur Relativitätstheorie promoviert.
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