Director's Cut kommt ins Kino: Petersen war beim "Troja"-Dreh panisch und blind
zuletzt aktualisiert: 17.04.2007 - 10:18Berlin (RPO). Regisseur Wolfgang Petersen hat einen großen Fehler gemacht. Bei seinem Historienepos "Troja" konnte er wegen des Erfolgsdrucks nicht mehr klar denken. Das hatte zur Folge, dass er Szenen aus dem Film herausgeschnitten hat, die der Menschheit eigentlich nicht vorenthalten werden dürfen. Und so kommt am Donnerstag ein Director's Cut in die Kinos.
Über einen Monolog von Peter O'Toole als König Priamos, der erstmals ab Donnerstag im Director's Cut im Kino zu sehen ist, sagte Petersen der "Welt": "Warum habe ich das damals herausgeschnitten? Ich muss blind gewesen sein, ich muss in Panik gewesen sein." Er habe wohl nicht mehr richtig denken und erkennen können, was das Beste für den Film war.
Der gebürtige Emdener ("Das Boot", "Air Force One") gestand, angesichts des Budgets von fast 200 Millionen Dollar (148 Millionen Euro) "gehörige Angst" empfunden zu haben. Um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, habe das Drama um die Schlacht bei Troja in den USA die Altersfreigabe ab 13 Jahren erreichen müssen.
"Wir mussten überall aufpassen, bei der Gewalt und beim Sex", erinnerte sich der 66-Jährige. Wegen der Auflagen habe auch nie gezeigt werden dürfen, wie ein Schwert in einen Körper dringt. "Es war schrecklich, weil man in die Nähe von Disney-Schlachten geriet, wo man auch nie sieht, warum jemand eigentlich umfällt", sagte Petersen.
Der Regisseur bringt am Donnerstag eine 40 Minuten längere Fassung von "Troja" mit Brad Pitt und Eric Bana in die Kinos. Die erste Version des Films war vor drei Jahren gelaufen und hatte dem Bericht zufolge gerade einmal die Kosten wieder eingespielt.
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