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Berlinale 2006: Preisregen für deutsche Schauspieler

zuletzt aktualisiert: 18.02.2006 - 21:37

Berlin (rpo). Bei den 56. Internationalen Filmfestspielen Berlin räumten mehrere deutsche Schauspieler ab. So erhielt Moritz Bleibtreu den Silbernen Bären als bester Darsteller. Auch Sandra Hüller und Jürgen Vogel wurden ausgezeichnet. Als bester Film wurde das bosnische Filmdrama "Grbavica" der Regisseurin Jasmila Zbanic mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Jürgen Vogel hat eine Plastikfigur in seinem Überraschungsei gefunden.  Foto: AP
Jürgen Vogel hat eine Plastikfigur in seinem Überraschungsei gefunden. Foto: AP

Bleibtreu erhielt den Silbernen Bären als bester Darsteller für seine Hauptrolle in Oskar Roehlers "Elementarteilchen" nach dem Erfolgsroman von Michel Houellebecq. Sandra Hüller wurde als beste Darstellerin für ihren Part in der deutschen Produktion "Requiem" von Hans-Christian Schmid geehrt. Schauspieler Jürgen Vogel bekam den Silbernen Bären für eine "herausragende künstlerische Leistung" für seine Arbeit als Ko-Produzent und -Drehbuchautor und Hauptdarsteller in "Der freie Wille" von Regisseur Matthias Glasner.

Den Silbernen Bären für die beste Regie erhielten der Gewinner des Goldenen Bären von 2003, der Brite Michael Winterbottom, und sein Ko-Regisseur Mat Whitecross für das politische Doku-Drama "The Road to Guantánamo". Die Preisträger, die von einer internationalen Jury unter dem Vorsitz der britischen Schauspielerin Charlotte Rampling ausgewählt worden waren, wurden zum ersten Mal live bei der erstmals im Fernsehen übertragenen Gala bekannt gegeben.

"Grbavica" (Esmas Geheimnis) erzählt die Geschichte der alleinerziehenden Esma und ihrer Tochter in Sarajewo. Die zwölfjährige Sara glaubt, dass ihr Vater ein Kriegsheld ist - doch die bittere Wahrheit über den Krieg und die Umstände ihrer Geburt ist eine ganz andere. Der Film ist eine Ko-Produktion aus Bosnien-Herzegowina, Österreich, Deutschland und Kroatien. Vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen Mirjana Karanovic und Luna Mijovic überzeugen durch ihr eindringliches Spiel.

Regisseurin Zbanic sagte, sie glaube, zu träumen und werde in fünf Minuten in Sarajewo aufwachen. Sie erinnerte zugleich daran, dass die Kriegsverbrecher Radovan Karadzic und Ratko Mladic, die für Morde, Vertreibungen und Vergewaltigungen in Bosnien verantwortlich seien, in Europa noch immer nicht festgenommen seien, und das niemanden interessiere.

Ehrung soll auf Filme aufmerksam machen

Hüller, die in "Requiem" eine Studentin spielt, an der eine Teufelsaustreibung vorgenommen wird, sagte, sie wünsche sich, dass die Auszeichnung dazu beitrage, dass die Menschen in den Film gingen. Die Bilder des Films sähen zwar schlimm aus, die Dreharbeiten seien aber sehr schön und intensiv gewesen.

Vogel, der einen Serienvergewaltiger spielt, betonte, "Der freie Wille" sei ein schwieriger Film. Er hoffe, dass der Preis hilfreich sei. Kaum Worte fand Bleibtreu bei seiner Ehrung: "Ich bin jetzt fertig", räumte er ein.

Der Große Preis der Jury - Silberner Bär ging zu gleichen Teilen an die Filme "En Soap" der dänischen Regisseurin Pernille Fischer Christensen, die außer sich vor Freude war, und den iranischen Film "Offside" von Jafar Panahi. Den erstmals - von einer weiteren Jury - vergebenen Preis für den besten Debütfilm erhielt ebenfalls "En Soap".

Mit dem Silbernen Bären für die beste Filmmusik wurden der Film "Isabella" (Hongkong/China) und der Komponist Peter Kam geehrt. Der Wettbewerbsbeitrag "El Custodio" des argentinischen Regisseurs Rodrigo Moreno bekam den Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven in der Filmkunst eröffnet.

Der Internationalen Jury hatten sich 19 Wettbewerbsfilme präsentiert, darunter vier deutsche Produktionen. Insgesamt wurden bei den diesjährigen Filmfestspielen rund 360 Filme aus mehr als 50 Ländern gezeigt. Davon kamen allein mehr als 50 aus Deutschland. Die Berlinale geht am Sonntag mit einem Publikumstag zu Ende. 

Die wichtigsten Preise der unabhängigen Jurys: Der Preis der Ökumenischen Jury ging ebenfalls an Jasmila Zbanic für "Grbavica". Den Preis der Fipresci (Verband internationaler Filmkritiker) erhielt "Requiem" (Deutschland) von Hans-Christain Schmid. Der Teddy-Award für den besten Spielfilm wurde Auraeus Solito für "Maximo Oliveros blüht auf" verliehen. "Narcissus Blossom" von Masoud Arif Salih und Hussein Hassan Ali wurde mit dem Amnesty International Filmpreis ausgezeichnet.

Quelle: afp

 
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