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62. Filmfestspiele von Venedig: Ralph Fiennes enttäuscht als "ewiger Gärtner"

VON DÖRTE LANGWALD - zuletzt aktualisiert: 09.09.2005 - 18:00

Venedig (rpo). Kein krönender Abschluss der Filmfestspiele in Venedig: "Der ewige Gärtner", die Adaption eines Bestsellers von John le Carré, konnte die Kritiker nicht begeistern. In der verwirrenden Mischung aus Love-Story, Krimi und Polit-Thriller spielt Ralph Fiennes einen Witwer, der den Mord seiner Frau aufzuklären versucht.

Mit Rachel Weisz spielt Ralph Fiennes in "Der ewige Gärtner".  Foto: AFP, AFP
Mit Rachel Weisz spielt Ralph Fiennes in "Der ewige Gärtner". Foto: AFP, AFP

Tessa ist tot. Angeblich von ihrem engsten Vertrauten ermordet. Als sei die Nachricht vom Ableben seiner Frau nicht schlimm genug, muss der britische Diplomat Justin (Ralph Fiennes) obendrein entdecken, dass Tessa nicht immer ehrlich zu ihm war. Sie schien in allerlei Affären verwickelt gewesen zu sein – politischer wie auch zwischenmenschlicher Art. So die Ausgangssituation von  "Der ewige Gärtner" von Fernando Meirelles (erhielt eine Oscar-Nominierung für "City of God").

Ebenso unentschlossen, wie der Film zwischen den Genres hin und herspringt, wechselt er auch die Handlungsorte. Da ist zum einen die folkloristisch bunte Wüste Kenias, dann gibt es ein heruntergekommenes Berlin zu sehen und schließlich unterkühle Bilder aus London. Im Laufe der auf TV-Film-Niveau erzählten Geschichte ermittelt Hauptdarsteller Ralph Fiennes ("Der englische Patient") im Mordfall seiner Gattin Tessa (Rachel Weisz). Die engagierte Aktivistin hatte ihre Nase zu tief in die Machenschaften eines Pharma-Konzerns gesteckt, der kenianische Patienten als Versuchskaninchen zu Forschungszwecken missbrauchte. So kommt der Hobby-Gärtner Justin einem Komplott auf höchster politischer Ebene auf die Spur.

... Und was läuft privat zwischen den beiden? Foto: AFP, AFP

Wer hier einen Thriller á la John Grishams "Die Firma" erwartet, wird enttäuscht. Die Leistung der Akteure ist zwar durchaus sehenswert, und auch die Thematik um die bedenklichen Forschungsmethoden der Pharma-Industrie ist äußerst spannend – nur leider verliert sich die filmische Umsetzung in zu vielen Nebenschauplätzen.

Ralph Fiennes mag seinen Glauben an die Kraft des Kinos dennoch nicht aufgeben. So sagte er auf der Pressekonferenz in Venedig: "Ich bin zwar kein politischer Aktivist, aber auf jeden Fall ein Idealist, wenn es um die Macht der Bilder geht. Filme können die Menschen zum Nachdenken anregen." Bei einer Reise als UNICEF-Botschafter nach Uganda habe Fiennes ähnliche Zustände vorgefunden, wie sie in "Der ewige Gärtner" dargestellt werden. "Der Film hat mich erneut darin bestärkt, dass man nicht aufhören darf, zu kämpfen. Wir müssen weiterhin unsere Augen offen halten und Fragen stellen", so Fiennes.

Das deutsche Kinopublikum kann sich ab Winter 2006 ein eigenes Bild von "Der ewige Gärtner" machen.

Quelle: rpo

 
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