Bekannte Gesichter aus der Szene im Hitler-Film: Rechtsextremist als Komparse im "Untergang"
zuletzt aktualisiert: 01.10.2004 - 18:46Frankfurt (rpo). Der Film "Der Untergang" über die letzten Stunden im Leben von Adolf Hitler hat bereits vor Filmstart für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt. Und nun das: Eine Zeitung berichtet, dass ein Rechtsextremist als Komparse in dem Film mitgewirkt hat. Er soll angeblich nicht als einziger aus der Szene dabei gewesen sein.
Wie die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe) berichtet, schildert Richter dies in der von Verfassungsschützern dem rechtsextremen Spektrum zugeordneten Monatsschrift "Nation und Europa". Im Herbst 2003 seien er und andere Personen gleicher politischer Gesinnung auf dem Bavaria-Filmgelände in Grünwald bei München als Komparsen in den Rollen von Wehrmachtssoldaten, SS-Männern und Angehörigen des "Führer-Begleitkommandos" aufgetreten, sagte Richter.
In seinen Eindrücken von den Dreharbeiten schreibt Richter, dass er über die Vermittlung einer Casting-Agentur für die Rolle des Adjutanten von Generalfeldmarschall Keitel ausgewählt worden sei. Auf die Frage eines Mitarbeiters der Casting-Agentur: "Ist dein Haarschnitt immer so?" habe er diesen mit Hinweis auf Einsätze bei der Bundeswehr beruhigen können: "Das ist wegen der Wehrübungen. Ich bin Reservist beim Bund, da ist der Haarschnitt so." Während der Dreharbeiten hätten sich "nach und nach bekannte Gesichter aus der Szene" eingestellt. "Man kennt sich, zwinkert sich zu, bleibt unauffällig", berichtet Richter.
Die Produktionsfirma des Films, die in München ansässige Constantin Film AG, bestätigte, dass Richter in "Der Untergang" mitgespielt habe. "Der Mann hat als Komparse mitgewirkt", sagte der bei Constantin für Marketing und Vertrieb zuständige Vorstand Thomas Peter Friedl der Zeitung. Die Mitwirkung einiger Rechtsextremisten unter den etwa 3.000 Komparsen des Films, davon 1.000 in Deutschland, ändere aber nichts an der Grundaussage des Films. "Man muss es nun mal als Tatsache hinnehmen, dass solche Dinge nicht zu vermeiden sind", sagte Friedl.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






