Vorwürfe wegen Geschichtsfälschung: Regisseur Moeller verteidigt "Jud Süß"-Macher
zuletzt aktualisiert: 23.09.2010 - 10:12Baden-Baden (RPO). Der Regisseur Felix Moeller hat den Macher des Films "Jud Süß - Film ohne Gewissen", Oskar Roehler, gegen Vorwürfe der Geschichtsfälschung verteidigt. Er wisse, dass "gewisse Sachen" in der Biografie von Ferdinand Marian - dem Hauptdarsteller des antisemitischen NS-Hetzwerks "Jud Süß" - nicht so waren, wie sie im Film vorkommen.
Ein Spielfilm sei kein Dokumentarfilm, sagte Moeller am Donnerstag dem Sender SWR2. Er könne sich Freiheiten nehmen und es komme darauf an, dass die Atmosphäre richtig widerspiegelt werde, die damals geherrscht habe.
Moeller, der den Dokumentarfilm "Im Schatten von Jud Süß" gedreht hat, betonte zugleich, dass es eine schwierige Frage sei, ob Veit Harlans Film "Jud Süß" zu Recht nicht gezeigt werden dürfe. Er sei gespalten, "solange die letzten Holocaust-Überlebenden noch unter uns" seien.
"Jud Süß - Film ohne Gewissen" war bei der diesjährigen Berlinale mit Buh-Rufen bedacht worden. Der Umstand, dass Marians Frau, anders als in Roehlers Film behauptet, keine Jüdin war, hatte scharfe Kritik ausgelöst. Drehbuchautor Klaus Richter hatte mögliche Versäumnisse eingeräumt. Der Film mit Moritz Bleibtreu läuft seit Donnerstag in den Kinos.
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