Komödie "New in Town" – ziemlich klischeehaft: Renée Zellweger verschreckt die Provinz
VON ALBERT BAER - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 03:14(RP). Dass der Großstädter nicht gerne in ein Kuhkaff verfrachtet wird, zuerst voller Vorurteile steckt und am Ende eines Besseren belehrt wird, kennen wir schon aus allerlei Komödien.
Vom schottischen "Local Hero" über Amerikas "Doc Hollywood" bis hin zum französischen "Willkommen bei den Sch'tis" reicht die internationale Folge der provinziellen Bekehrungskomödien, in denen sich der für den Stadtmenschen erst abschreckend hinterwäldlerische Ort dann doch als Hort menschlicher Wärme und Geborgenheit entpuppt.
Auch Renée Zellweger wird nun als ehrgeizige Geschäftsfrau aus dem ewig sonnigen Miami ins oft verschneite Minnesota geschickt, in ein Nest namens New Ulm, wo sie die dortige Lebensmittelfabrik umstrukturieren und Jobs abbauen soll. Im grauen Designer-Kostüm und auf hochhackigen Pumps stakst die Manager-Zicke durch den Schnee, und nicht nur auf die zunächst reservierte Bevölkerung wirkt sie dabei wie eine Außerirdische. Schon beim Begrüßungsessen für die böse Kapitalistin kommt es zum Streit über moralische Werte, und fortan kabbelt sich die angereiste Karrierelady vor allem mit einem bodenständigen Gewerkschaftsvertreter (Harry Connick Jr.), während sich der Rest der Einheimischen vor allem für die örtlichen Eishockey-Ergebnisse und fürs Eisfischen interessiert. Auf dem Lande hat man eben die Ruhe weg, selbst wenn der Verlust der Arbeitsplätze droht.
Klischees wie gehabt
Neu ist an "New in Town" im Grunde nichts. Der dänische Regisseur Jonas Elmer kaut in seinem Debüt so ziemlich alle Klischees durch, die derlei Filme bedienen. Dass sich die anfänglich tumben Landeier als sympathisch pfiffige Gutmenschen entlarven, ist ebenso obligatorisch wie der Dreh, dass sich die überhebliche Großstadtpflanze in den kernigen Naturburschen verliebt. Und natürlich siegt in derartigen Konstrukten auch immer die Sozialromantik, wird hier mit einem Pudding-Geheimrezept die Schließung der Fabrik verhindert.
Es ist denn auch nicht die recht abgedroschene, völlig vorhersehbare Story, die dieses Filmchen so hübsch unterhaltsam macht, sondern es sind die liebenswerten Figuren und deren Darsteller. Das Sammelsurium an schrulligen Charakteren, das Elmer von der Leine lässt, ist einfach sympathisch. Kein Wunder also, dass das harte Herz der Heldin, von Renée Zellweger mit bewährt tölpriger Bridget-Jones-Art verkörpert, zum Schmelzen gebracht wird, und sie einsehen muss, dass Fellmützen nicht schön sind, aber praktisch.
Bewertung: 3 von 5 Sternen
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