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Früher Ruhm: Robert Stadlober: "Ich war total eingebildet"

zuletzt aktualisiert: 22.08.2005 - 14:10

München (rpo). Robert Stadlober hat seine Karriere als Synchronsprecher begonnen - und das bereits als Kind. So kam der gebürtige Österreicher zum Film und wurde als Teenager durch seine Rollen in "Sonnenallee" und "Crazy" bekannt. Ab Donnerstag ist der 23-Jährige wieder im Kino zu hören: in dem Animationsfilm "Das wandelnde Schloss". Im Interview spricht der Schauspieler über seinen frühen Ruhm, die Liebe und das Leben in Wien.

In "Das wandelnde Schloss" des japanischen Oscar-Preisträgers Hayao Miyazaki hat der 23-Jährige der Hauptfigur Hauro seine Stimme gegeben - einem Zauberer, der mit seinen magischen Kräften zu kämpfen hat und die Liebe der jungen Sophie (gesprochen von Sunnyi Melles) erst spät erkennt.

Ist Synchronisation eine Leidenschaft von Ihnen? 
Es ist eine Sache, die ich extrem gern mache, weil ich mich dabei auch an meine Kindheit erinnere. Zwischenzeitlich hatte ich genug davon. Wenn man jeden Tag in diesem dunklen Studio steht, kann das schon sehr deprimierend werden. Aber ab und zu mache ich es ganz gern wieder, um zu sehen, ob ich es noch kann.

Was gefällt Ihnen an dem Film "Das wandelnde Schloss"?
Ich finde es super, dass der Held des Films, Hauro, menschliche Schwächen hat. Bei auf Kindern ausgerichteten Zeichentrickfilmen können die Superhelden ja immer alles und scheitern an nichts. Hauro ist dagegen sehr realistisch und mir auch sehr ähnlich, glaube ich: dieses Impulsive, erst mal machen und dann drüber nachdenken. Wenn man sich einen Disney-Film anguckt, sind die Menschen darin immer perfekt.

Es ist aber insgesamt auch ein romantischer Film mit Happy End und großer Liebe. Liegt Ihnen diese Romantik? 
Ja sehr, ich bin sehr kitschig veranlagt und romantisch. Ich finde Sonnenuntergänge am Strand mit meiner Freundin auch total toll, so blöd es klingt. Oder kleine Sachen: Als wir noch nicht zusammengewohnt haben, hat man einfach mal am Morgen ein Flugzeug genommen und stand dann mit einer Flasche Champagner und einer Rose in der Hand vor der Tür - sowas macht Spaß.

Sie haben also die große Liebe gefunden?
Ja, wir sind seit zweieinhalb Jahren zusammen und sehr glücklich.

Sie wohnen jetzt seit eineinhalb Jahren in Wien, davor haben Sie in Hamburg und Berlin gelebt. Wo fühlen sie sich am wohlsten?
Jede von diesen Städten hat ihre guten Seiten, aber ich bin halt Österreicher und wollte eigentlich immer wieder zurück. Gerade in meiner Situation ist es auch so, dass Wien wesentlich unaufgeregter ist, meine Person betreffend, als München, Berlin oder Hamburg. Ich kann abends in Ruhe ausgehen, ich bin einfach nicht so bekannt in Österreich, das ist sehr, sehr angenehm. Und ich mag auch generell die unprätentiöse Art der Wiener sehr gern.

Haben Sie es bereut, so früh berühmt geworden zu sein?
Ja, schon. Als es losging, war ich halt einfach noch jung und unerfahren und mit mir selbst noch nicht so wirklich im Reinen. Ich habe dann Interviews gegeben und viel Quatsch erzählt.

Welchen Quatsch?
Ich habe früher sehr auf anderen Kollegen rumgehackt und fand das mal toll. Ich bin auch immer noch davon überzeugt, dass man es sagen sollte, wenn einem etwas nicht gefällt. Aber ich hätte mich ein paar Mal schon zurückhalten können. Ich war einfach total eingebildet. Die ganze Welt hat sich um mich gedreht, es war ja auch so - von meinem Standpunkt aus gesehen.

Fühlen Sie sich heute erwachsen?
Nein, das glaube ich nicht. Das möchte ich auch gar nicht wirklich sein. Alle Attribute, die man mit Erwachsensein verbindet, sind mir sehr fremd und fern. Aber ich weiß mittlerweile mehr über das, was man so Leben nennt. Wenn ich jetzt noch mal diesen Erfolg hätte - mit den Erfahrungen, die ich gemacht habe, würde ich mich einfach zurückhalten und bestimmte Sachen nicht machen und auf bestimmte Partys nicht gehen und mich teilweise ein bisschen diplomatischer ausdrücken. Und ich könnte es auch seelisch besser verkraften als früher.

Sie sind mit 15 Jahren schon von zu Hause ausgezogen. Würden Sie das wieder tun?
Das würde ich sofort wieder so machen, das war die beste Entscheidung, die ich überhaupt jemals in meinem Leben getroffen habe. Natürlich war ich am Anfang auch viel allein, das war damals schon ein bisschen schwierig. Aber im Nachhinein finde ich es sehr hilfreich, was da alles passiert ist.

Bearbeitet Ihre Oma immer noch Ihre Fanpost?
Mittlerweile macht sie es nicht mehr. Es gibt auch nicht mehr so viel Fanpost, inzwischen geht es nur noch darum, Autogrammkarten einzutüten und zu verschicken und das macht mein Agent.

Quelle: afp

 
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