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Schauspielerin Salma Hayek
"Weinstein war über Jahre mein Monster"

Salma Hayek: "Harvey Weinstein war über Jahre mein Monster"
Die Schauspielerin Salma Hayek. FOTO: Reuters/Patrick T. Fallon
New York . Die Schauspielerin Salma Hayek erhebt schwere Vorwürfe gegen Harvey Weinstein. Der Filmproduzent soll sie mehrfach bedrängt haben. Der 65-Jährige ließ die Anschuldigungen zurückweisen - und erinnert sich nur an "kreative Reibungen".

Ihre Abweisung von Avancen des Filmproduzenten Harvey Weinstein hat nach Darstellung von Schauspielerin Salma Hayek die Arbeit am Film "Frida" von 2002 zu einem Alptraum gemacht. "Über Jahre war er mein Monster", schrieb Hayek über Weinstein in einem am Mittwoch von der "New York Times" veröffentlichten Beitrag. "Ich glaube nicht, dass er irgendetwas mehr gehasst hat als das Wort 'nein'", erklärte sie. Massagen, Duschen und Sex - das alles habe sie ihm verweigert.

In dem Artikel schildert Hayek eindrücklich, wie Weinstein "zu allen Stunden der Nacht" an ihrer Tür erschienen sei - "Hotel um Hotel, Ort um Ort". Ihr Nein habe ihn wütend gemacht, er habe sie als "ein Niemand" bezeichnet und sogar gedroht, sie zu töten. Hayeks öffentliche Anklage ist die jüngste in einer Serie von Vorwürfen gegen den Filmmogul.

In einigen Fällen sind juristische Schritte eingeleitet worden. Die Berichte traten eine Bewegung los; sexuelles Fehlverhalten hat seither zum Karriere-Aus von zahlreichen Männern in der Künstlerszene sowie in Politik und Wirtschaft geführt.

Weinstein weist Hayeks Vorwürfe zurück

In den 1990er Jahren war Hayek regelmäßig in Filmen zu sehen, die von Weinsteins Unternehmen Miramax herausgegeben wurden. Als die Schauspielerin den von ihr produzierten Film "Frida" über die Malerin Frida Kahlo zum Vertrieb an Miramax gab, habe Weinstein als Gegenleistung unverschämte Forderungen gemacht. Er habe auf Umschreibungen, mehr Finanzierung und einer Sexszene bestanden, bei der der Körper komplett nackt und von vorne zu sehen sei.

Diese Frauen erheben Vorwürfe gegen Harvey Weinstein FOTO: ap

Um ihr Herzensprojekt "Frida" fertigzustellen, habe sie eingewilligt - während des Drehs der Sexszene aber einen Nervenzusammenbruch erlitten. "Mein Körper wollte nicht aufhören zu weinen und sich zu krümmen", schrieb Hayek. "Es war nicht, weil ich nackt mit einer anderen Frau sein würde. Es war, weil ich nackt mit ihr für Harvey Weinstein sein würde."

Weinstein wies die Anschuldigungen von Salma Hayek am Donnerstag zurück. "Alle sexuellen Vorwürfe von Salma sind nicht korrekt und wurden von anderen, die Zeugen der Ereignisse waren, anders wahrgenommen", teilte ein Sprecher Weinsteins dem "People"-Magazin mit. 

Die Kämpfe am Set von "Frida" seien zudem "kreative Reibungen" gewesen, hieß es in einer Mitteilung. Weinstein erinnere sich nicht daran, wegen einer Sexszene mit einer anderen Schauspielerin Druck auf Hayek ausgeübt zu haben. Beim Dreh sei er auch nicht anwesend gewesen. "Trotzdem gehört das zum Teil der Geschichte, da Frida Kahlo bisexuell war. Die bedeutendere Sexszene im Film wurde von Hayek und Geoffrey Rush performt", hieß es.

Vorwürfen gegen Hip-Hop-Mogul Simmons 

Angesichts der sexuellen Vorwürfe, die Hayek äußerte, war in der Stellungnahme zu lesen, diese träfen nicht zu. Andere Personen, die damals Zeugen gewesen sein, hätten eine andere Wahrnehmung der Situation.

Zum Abschluss ihres Artikels verglich Hayek die Lage weiblicher Künstler mit dem Einzug in den Krieg: "Warum müssen wir uns mit Händen und Füßen wehren, um unsere Würde zu erhalten?", fragte sie. Frauen seien künstlerisch auf einen unanständigen Status abgewertet worden.

Unterdessen wurde die US-amerikanische Musikszene am Mittwoch von neuen Vorwürfen gegen den Hip-Hop-Mogul Russell Simmons erschüttert. Drei Frauen gaben in der "New York Times" an, er habe sie vergewaltigt. Im vergangenen Monat war er schon einmal beschuldigt worden, mit einer Frau Sex gegen ihren Willen gehabt zu haben.

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Die Anschuldigungen gehen auf Vorfälle in den 1980er und 1990er Jahren zurück. In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP schrieb Simmons, die Vorwürfe seien schrecklich - unwahr und verletzend. Er wolle dagegen vorgehen, als Mann der Gewalt dargestellt zu werden.

(ate/ap)
 
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