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Schauspieler Woody Harrelson
"Sex und Drogen haben mich klüger gemacht"

Schauspieler Woody Harrelson: "Sex und Drogen haben mich klüger gemacht"
Woody Harrelson beim Filmfestival in Venedig. FOTO: afp
München/Venedig. Die einen zerstört es, die anderen macht es klüger: Schauspieler Woody Harrelson ist davon überzeugt, dass ihm Sex und Drogen in jüngeren Jahren bei der Selbstfindung geholfen haben. Am Montag zeigte er bei den Filmfestspielen in Venedig aber seine ernste Seite.

"Ich behaupte ja nicht, dass man ohne Sex-, Drogen- und Alkohol-Exzesse kein erfülltes Leben haben kann", sagte der 56-Jährige, bekannt aus "True Detective" und "Die Tribute von Panem", dem "Playboy". "Aber für mich war es wohl wichtig, diese Dinge auszuprobieren. Intensiv zu leben. Ohne Rücksicht auf Verluste", sagte der Schauspieler. "Das hat mich sicher stark geprägt und mir auch bei meiner Selbstfindung geholfen. Dadurch bin ich bestimmt etwas klüger geworden." 

Vielleicht ärgert sich Harrelson auch deshalb, dass er im Zuge der Legalisierung von Marihuana in seiner Wahlheimat Hawaii keine Marihuana-Anbau-Lizenz erhalten hat. "Die hat man mir nicht gegeben. Es war letztlich wohl eine politische Entscheidung", meint der Schauspieler - und gibt sich trotz der Liberalisierung der Drogen-Politik in den USA unzufrieden. "In einem freien Land wie Amerika sollten wir doch tun und lassen können, was uns gefällt, solange wir niemandem schaden", findet Harrelson. "Die Realität spricht leider eine andere Sprache."

Schwarze Komödie über Polizeiwillkür

Der Schauspieler kann aber auch anders. Zusammen mit seiner Kollegin Frances McDormand hat er beim Filmfest Venedig ein vielschichtiges Werk über Polizeiwillkür und Rassismus vorgestellt. In dem Wettbewerbsbeitrag "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" lässt die Mutter Mildred drei riesige Werbewände plakatieren, die auf das Versagen der Polizei hinweisen sollen - ihre Tochter war vor Monaten in dem Ort Ebbing vergewaltigt und ermordet worden; der Täter wurde nicht gefasst.

Regie führte der Ire Martin McDonagh, der mit dem tragikomischen "Brügge sehen... und sterben?" seinen Durchbruch gefeiert hatte. Auch "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" lebt von der Mischung aus schwarzem Humor und berührenden Momenten.

(veke/dpa)
 
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