Besucheranteil 20 Prozent: Schmid-Ospach: Deutscher Film trotzt der Kinoflaute
zuletzt aktualisiert: 26.12.2005 - 11:08Düsseldorf (rpo). King Kong hat das Kinojahr 2005 auch nicht mehr retten können - zu schlecht sind die Umsätze. Die deutsche Filmbranche hat hingegen keinen Grund, traurig aus der Wäsche zu gucken, wie der Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, Michael Schmid-Ospach, nun bilanzierte.
Die Filmstiftung NRW sieht in der diesjährigen Kinoflaute keine Krise des deutschen Films. Die inländischen Produktionen hätten sich vielmehr gegen den Trend behauptet und ihren Anteil von rund 20 Prozent der Besucher gehalten, sagte der Geschäftsführer der Filmstiftung NRW, Michael Schmid-Ospach, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Entsprechend optimistisch blickt Schmid-Ospach in das Filmjahr 2006.
Den deutlichen Rückgang bei den Kinobesuchern führte der Geschäftsführer auf mehrere Faktoren zurück. Dazu gehöre sicherlich der Boom bei den DVD. Hier werde der "Neuigkeitswert" und damit auch das Interesse aber wieder abnehmen. Hinzu gekommen seien Einbrüche bei den großen US-amerikanischen Produktionen, die nicht richtig beim Publikum "gezogen" hätten. Der deutsche Film sei indes insbesondere mit Produktionen wie "Barfuss", "Sophie Scholl - Die letzten Tage" und "Der kleine Eisbär 2" auch an den Kassen sehr gut angekommen.
Im Produktionsbereich machte sich nach Angaben von Schmid-Ospach vor allem die Entscheidung einiger Fernsehsender bemerkbar, weniger auf Fiktion und verstärkt auf das "Eventfernsehen" zu setzen. Zudem leide der Filmbereich wie andere Branche unter der anhaltenden Konjunkturkrise in Deutschland. "Film und Fernsehen bleiben aber weiter eine stabile Industrie in Deutschland", versicherte er. Von besonderer Bedeutung werde dafür aber weiter die Filmförderung sein.
Schmid-Ospach geht zugleich davon aus, dass die Fördermittel des Landes für die Filmstiftung im kommenden Jahr gekürzt werden. Angesichts der "schwierigen Haushaltslage" habe er dafür aber Verständnis, insbesondere vor dem Hintergrund, dass auch im sozialen Bereich gekürzt werde. Er hoffe aber, dass die Einsparungen ab 2007 wieder rückgängig gemacht würden.
Große Hoffnungen setzt er im kommenden Jahr insbesondere auf die Filme "Sommer vorm Balkon", "Caché" und "Klimt". Einen wichtigen Schwerpunkt werde die Filmstiftung, die 2006 ihren 15. Geburtstag feiert, wieder bei der Nachwuchsförderung setzen, betonte Schmid-Ospach. Dies seien Investitionen in die Zukunft, auch um international wettbewerbsfähig zu bleiben.
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